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Redakteur: Olis_Abendshow
Kategorie: Skurriles
Veröffentlicht am: 31.01.2008 23:18

Flash-Mob - Der Julius-Mosen-Platz stand Kopf

Ein Flashmob mitten in Oldenburg!! Das gab’s tatsächlich vor ein paar Tagen auf dem alt ehrwürdigen Julius-Mosen-Platz. Aber was ist überhaupt ein Flashmob? Als Flashmob bezeichnet man einen „intelligenten scheinbar spontanen Menschenauflauf“ an öffentlichen Plätzen. Die Teilnehmer kennen sich üblicherweise nicht persönlich. Flashmobs werden über das Internet, Nachrichtengruppen, eMail-Kettenbriefe oder per Handy organisiert, keines Falls über die Medien.

Flash-Mob - Der Julius-Mosen-Platz stand Kopf

Die Teilnehmer treffen sich am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit. Dann machen sie für eine kurze Zeit etwas völlig überraschendes und gänzlich sinn- und inhaltsloses. Kurz gesagt: Sie machen einfach Blödsinn. Gerade zu köstlich sind dann die Reaktionen der unwissenden Passanten, die die Aktion zufällig beobachten. Denn die Ahnungslosen werden von dem Treiben natürlich völlig überrascht.

Ein Flashmob dauert stets nur wenige Minuten. So schnell, wie die Menschen zusammengekommen sind, löst sich ihre Gruppe vor den Augen der verdutzten Zuschauer dann auch wieder auf.

Flashmobs finden überall auf der Welt statt und nun hat die Welle auch Oldenburg erreicht. Am 19. April war es dann soweit. Um Punkt 16 Uhr begannen drei Jugendliche in der Mitte des Julius-Mosen-Platzes einen Streit. Das war das Startsignal. Anschließend stürmten etwa 500 scheinbare Passanten den Platz und begannen eine wilde Kissenschlacht. Nach etwa fünf Minuten war alles vorbei und die Beteiligten gingen wieder ihrer Wege, als sei nichts geschehen.

Um einen richtigen Flashmob handele es sich hier allerdings nicht, denn vorab wurde die Presse informiert, sodass fast ganz Oldenburg Bescheid wusste und der eigentliche Überraschungseffekt ausblieb. Mehrere Kamera-Teams waren anwesend und filmten das zumindest sehr lustige Spektakel.

Die Initiatoren des Flashmobs standen für ein Interview zwar nicht zur Verfügung, aber meine Kollegin Friederike Förster war mittendrin statt nur dabei!

Friederike Förster: “Ja, es ist abgelaufen, wie es schon vorher groß im Internet angekündigt war, nämlich, dass sich alle auf dem Julius-Mosen-Platz versammelten, die dran teilnehmen wollten - mit Kissen natürlich dabei. Drei Leute gingen dann in die Mitte, kamen sich entgegen, rempelten sich an und fingen plötzlich mit einer Kissenschlacht an, woraufhin dann auch die restlichen guten 500 oder noch mehr Teilnehmer sich dann mit ihren Kissen auf die Mitte und aufeinander stürzten. ”

Oli: “Es war ja das Problem, dass viel zu viele Leute da waren. Ein Flashmob soll ja auch dem nichts entstehen, der Julius Mosen Platz war aber vorher schon gerammelt voll. War es daher aus deiner Sicht eigentlich ein richtiger Flashmob?”

Friederike Förster: “Aus meiner Sicht würde ich sagen, das Thema ‚Flashmob’ ist mal voll verfehlt worden. Absolut! Alleine schon dadurch, dass es vorher so groß angekündigt war und wirklich alle Bescheid wussten - auch die Presse - da ging das ganze nun am Ziel vorbei. Auch eben, dass es so viele Leute waren, man kam sich zwischendurch etwas vor, wie in einer kissenschlagenden Sardinenbüchse. Na ja, war vielleicht jetzt nicht so, aber als Aktion war es sehr lustig!”

Oli: “Du warst ja voll mittendrin und voll mit dabei! Irgendwann flogen kleine Daunenfedern durch die Luft! Was war da genau los?”

Friederike Förster: “Ja, das war ja relativ weit oben an der Ecke der Bushaltestelle. Wir haben uns da schön mit Kissen geschlachtet - natürlich ganz sanft - und eine Bekannte von mir hatte ein riesengroßes Daunenkissen, das sie normal auch zum Schlafen benutzt und hat wohl ein bisschen heftiger zugehauen, als wir uns gegenseitig die Kissen um die Ohren hauen wollten und dann tat es ein lautes ‚Pufffff’ und das Kissen war plötzlich explodiert und, na ja, man kann es ja auch sehr schön auf den Bildern im Internet sehen, wie dann eine große, weiße Daunenwolke über den Julius-Mosen-Platz zieht.”

Oli: “Wie war es mit der Polizei, war die auch anwesend?”

Friederike Förster: “Die hat man schon gesehen, weil man ja auch wusste, dass die da sein werden. Die nächste Wache ist ja auch da direkt um die Ecke. Die Kollegen in grün bzw. blau hatten ja auch alle selber ein Kissen mit, um sich gegen eventuelle Angriffe wehren zu können. Aber es waren jetzt nicht so übermäßig viele da.”

Oli: “Wie lange dauerte denn die Kissenschlacht?”

Friederike Förster: “So etwa 3 ½ Minuten würde ich sagen und dann verstreute man sich auch wieder relativ schnell in alle Winde.”

Oli: “Wie wurde der Flashmob aufgelöst? Da muss es ja ein Signal gegeben haben, so nach dem Motto, jetzt ist Schluss!”

Friederike Förster: “Ja ja, das wurde mittels einer Trillerpfeife, die wohl drei oder vier, fünf Mal geblasen werden musste, weil, na ja, im ganzen Kissenschlacht-Tumult und im entsprechenden Lautstärke-Krawall das ganze nicht so zu hören war. Aber irgendwie waren ja alle schon darüber informiert, dass es nicht so endlos lange dauern sollte. Also war man gut drauf eingestellt, dass es irgendwann ein Signal gibt.”

Oli: “Bist du vorher schon durch die Innenstadt gelaufen, hast du auffällig viele Menschen mit Kissen gesehen? So ein Kissen muss ja auch transportiert werden, das ist ja nicht gerade auffällig!”

Friederike Förster: “Ja, also doch, es waren doch schon recht viele dabei, die auffällig ihr Kissen durch die Gegend trugen und das dann so die fünf Minuten vorher am Julius-Mosen-Platz noch versuchten, zu verstecken!! Ich hab auch viele gesehen, die es sich irgendwie in den Rucksack gestopft haben oder so, dass man es nicht so sehen konnte. Also, na ja, ich würde sagen, halb-und-halb haben es die Leute versucht, zu verstecken und die andere Hälfte, na ja, es war ja eh bekannt!”

Oli: “War die Aktion also eher lau?”

Friederike Förster: “Nein, also so als Aktion an sich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Es hat sehr sehr viel Spaß gemacht und man hat sich ja auch mit vielen vielen Leuten getroffen, die man lange nicht gesehen hat, erstaunlicher Weise! Aber als Flashmob hat es total versagt!”

Das war meine Kollegin Friederike Förster. In Oldenburg fand im April ein sogenannter Flashmob statt, eine fast spontane Kissenschlacht auf dem Julius-Mosen-Platz und sie war mittendrin für uns dabei.



(Transkription eines Radiobeitrages. Anhören unter: http://www.olisabendshow.de/ - Sendung Nr. 12 vom 2. Mai 2007)


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Quelle: http://www.OlisAbendshow.de