Werner Kropp ist seit 30 Jahren Chefkoch des Restaurants „Le Journal“ in Oldenburg. Eines Tages begann er, an der Volkshochschule (VHS) Ganderkesee Kurse für Hobbyköche zu geben. Diese Lehrgänge waren so erfolgreich, dass auch die VHS in Oldenburg Interesse an Werner bekundete. Er folgte diesem Ruf nur allzu gerne - mit ebensolchem Erfolg. Da lag es für Werner nahe, eine eigene Kochschule in Oldenburg zu eröffnen.

Werner Kropp ist seit 30 Jahren Chefkoch des Restaurants „Le Journal“ in Oldenburg. Eines Tages begann er, an der Volkshochschule (VHS) Ganderkesee Kurse für Hobbyköche zu geben. Diese Lehrgänge waren so erfolgreich, dass auch die VHS in Oldenburg Interesse an Werner bekundete. Er folgte diesem Ruf nur allzu gerne - mit ebensolchem Erfolg. Da lag es für Werner nahe, eine eigene Kochschule in Oldenburg zu eröffnen.
Diese besteht nun schon seit 20 Jahren am Heiligengeistwall ein paar Häuser rechts neben dem ehemaligen Wallkino. Der Name „Werners Kochschule“ wurde schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Zwei bis drei Kurse pro Woche gibt er nun - je nach Andrang. Jeder kann bei ihm kochen und sich ausprobieren, egal, ob Vorerfahrungen vorhanden sind oder nicht - Werner ist eben für alle da. Das Redaktions-Team von OLi's Abendshow durfte einen solchen Kochkurs einmal besuchen und mit einer bunt-zusammengewürfelten Truppe brutzeln, rühren schnippeln, braten und backen. Selbstverständlich wurde das Menu bei einem guten Glas Weißwein auch gemeinsam gegessen. Eine Gruppe besteht aus 10 bis 12 Personen. Der Abend stand unter dem Motto „Sommerparty“. Alle Gerichte, die zubereitet wurden, können sowohl auf dem Grill im Garten gegart werden, als auch bei schlechtem Wetter auf dem Herd in der Küche. Zu Beginn begrüßt Werner natürlich erst mal die Probanden.
Werner: “Herzlich willkommen, meine lieben Kochschüler, heute hier in ‚Werners Kochschule’! Werner, das bin ich! Wer von ihnen kocht überhaupt nicht? Au, das sind ja eine ganze Menge! So gefällt mir das! Wer überhaupt nicht kocht, der ist hier gut aufgehoben, die nehme ich besonders gut ran! Das ist ja immer ganz wichtig! Unser Ziel ist: Wenn man zu Hause kocht, dass man den ganzen Abend am Tisch sitzt, nur dann und wann in die Küche geht und man hat sein komplettes Menu fertig. Und heute werden wir kochen - wir kommen gleich auf die Rezepte zu sprechen - da gibt es zuerst einen kleinen, wunderschönen, grünen Eisbergsalat mit Erdbeeren, mit Lamm und Joghurt-Schaum und Sprösslinge dazu, das wird schon ganz gut! Dann gibt es einen Antipasti-Spaghetti-Salat und dann gibt es einen traumhaften Fisch in Folie. OK - fangen wir gleich an mit der Zubereitung!”
Bei Werner wird nicht lange gefackelt, gleich nach der Einführung ging es ab in die Küche und die Aufgaben wurden rasch verteilt. Einige Teilnehmer begannen mit den Vorspeisen. Unter anderem musste Gemüse für den Antipasti-Spaghetti-Salat geraspelt werden:
Kursteilnehmer: “Ich versuche, die Karotten klein zu schneiden für eine Vorspeise. Ich koche leidenschaftlich gerne zu Hause. Eines von meinen Hobbys ist das Kochen!”
Viele Teilnehmer lassen sich einen Gutschein für den Kochkurs schenken:
Kursteilnehmer: “Ich habe gerade die Paprika klein geschnitten. Das war ein Geschenk von meiner Freundin, das war eigentlich der Hintergrund. Ich hatte nur den Gutschein bekommen allgemein für den Kochkurs.”
Ebenso musste der Salat mit Erdbeeren, Johannisbeeren und Lammfilet vorbereitet werden. Eine weitere Gruppe kümmerte sich derweil schon einmal um die Nachspeise, ein selbstgemachtes Eis oder - um es feiner auszudrücken - ein selbstgemachtes Parfait.
Kursteilnehmer: “Ja, das wird erst mal aufgekocht, alle Zutaten rein und dann wird’s im Wasserbad abgekühlt und dann soll es nachher ein richtiges Eis werden! Das ist jetzt schon die Nachspeise!”
Zwischendurch gibt Werner immer wieder gute Tipps. Vor allem mit Oregano und Olivenöl sollte man nicht geizen:
Werner: „Bei diesem Gemüse, dieses Anti-Pasti-Gemüse für den Spaghetti-Salat, muss da eine Menge drin sein, sonst kommt der Geschmack nicht hervor, dieser wunderschöne, südländische Geschmack. Das ist das beste, was man nehmen kann. Ein reines, pflanzliches Produkt, kein tierisches Produkt, also gesund! Und gesund wollen wir essen!“
Einige konnten es nicht lassen und naschten schon mal kräftig am selbstgezauberten Eis:
Kursteilnehmer: „Ein Traum! Ein Traum! Ja, ein bisschen Amaretto ist da drin, denke ich und schön viel Sahne und so Krokant! Mmmmm! Mir schmeckt das immer so gut, wenn ich probiere! - Meine Schwester hat schon mal so einen Kurs mitgemacht und sagte, das wäre super, und da haben wir beschlossen, wir machen das auch mal!“
Das Lammfleisch für den Salat wurde nur kurz in der Pfanne angebraten und dann im Ofen fertig gegart. Zwischenzeitlich schüttelte Werner noch mal ebenso ein weiteres, ungeplantes Rezept aus dem Ärmel. In einer Pfanne zerließ er Butter und Olivenöl, gab Zucker, reichlich Honig, Pfeffer, Salz und Cocktailtomaten hinein und etwas Balsamico-Essig. Das ganze wurde solange eingekocht, bis die Tomaten etwas matschig wurden. Eine herrliche Zugabe zum Antipasti-Spaghetti-Salat!! Werner hält Tipps für jede Hausfrau und jeden Hausmann parat, so möbelt er rasch ein altes Baguette wieder auf:
Werner: „Dieses Baguette ist alt! Das wird jetzt unter dem Wasserhahn so nass gemacht, als wenn man es im Eimer eintauchen würde. Meersalz drauf und Oregano. Zehn Minuten in den heißen Backofen - und das frischestes Baguette von Oldenburg gibt es nur hier!“
Als Hauptspeise gab es drei verschiedene Fischsorten mit Butter, Gewürzen, Gemüse und Weißwein in Alu-Folie überbacken. Dazu wurden Pellkartoffeln als Sättigungsbeilage gekocht. Auch hier hat Magic-Werner wieder einen Trick auf Lager: Er gibt stets ein sauberes Küchentuch mit in dem Topf, damit die Kartoffeln schön schrumpelig werden.
Werner: „Papas Arrugadas - Spanische Kartoffeln, die werden wir nachher zu unserem Fisch essen! Nicht zu viel Wasser drauf, grobes Meersalz, das kann man überall kaufen, schön draufstreuen und dann kommt da ein Tuch drauf und ein Deckel und dann kochen wir die. Mehr braucht das nicht zu sein. Dann hoffe ich, dass die Kartoffeln nachher schön weiß sind von außen, von der Salzschicht überzogen, und man ist die mit Schale. Die sollen jetzt eigentlich schrumpelig werden, haben die Spanier mir erzählt. Aber die haben wahrscheinlich andere Kartoffeln. Aber unsere norddeutschen Kartoffeln schmecken eben gut!“
Eine andere Gruppe richtete währenddessen die Vorspeisen auf den Tellern an. Werner machte den Gartest für das Lammfleisch mit dem Finger. Niemals sollte man hierzu das Fleisch anscheiden, denn dann würde ja der Saft verloren gehen. Woran aber erkannt man beim Einkaufen zum Beispiel gutes Lammfleisch?
Werner: „Ich kaufe nur Lammfleisch aus Neuseeland. Die stellen zur Zeit einfach das beste Lamm her. So ist es! Da machst du wenig falsch!“
Das fertige Lammfleisch wurde dann noch auf die Salatteller verteilt und somit konnte der erste Gang dann gemeinsam gegessen werden. Bei Tisch gibt es aber zunächst ein Ritual, auf das Werner sehr viel Wert legt:
Werner: „Also, liebe Gäste, wir probieren noch mal unseren Schlachtruf für die Kochschule - und das ist auch der Schlachtruf für die ganze Woche! Zum Wohle und herzlich willkommen!!“
alle Teilnehmer: „Aber gerne!!“
Werner: „[an einen Teilnehmer] Du hast gesagt: ‚Ja, aber gerne!’ - Es heißt nur: ‚Aber gerne!’“
Nach dem ersten Gang stand dann ein Quiz zur Verdauung auf dem Programm:
Werner: „Unser erstes Quiz heute Abend! Und zwar handelt es sich hier auch um eine Speise, um Schokolade! Und zwar machen wir jetzt das ‚Staatsexamen im Schokoladenwesen’! Wer den Unterricht stört, wer absichtlich falsche Antworten gibt oder so weiter, wird des Saales verwiesen und wird zu diesem Staatsexamen nie wieder zugelassen! Wie heißt die Schokolade: ‚Farbige Unterbrechung des Alltags’?“
Teilnehmerin: „Lila Pause!“
Werner: „Lila Pause! Genau! Und jetzt: ‚Körperliche Ertüchtigung in früheren Zeiten’?“
Teilnehmer: „Ritter Sport!“
Werner: „Hast du das schon mal mitgemacht?“
Teilnehmer: “Nein!“
Werner: „Lüg mich nicht an! Falls ja, dann halte dich zurück, ja? ‚Ein Phänomen am Abendhimmel’? Oben, so mit mehreren Sternen zusammen.“
Teilnehmer: „Die Antwort ist Milky Way!“
Werner: „Milky Way! Gut! Jawoll!“
Nach dem Quiz gab Werner noch Tipps fürs richtige Spaghetti-Kochen:
Werner: „Also, ich würde sagen, macht ruhig ein bisschen Öl rein, ein bisschen Salz rein und wenn man sie dann abgießt, kalt abspülen und noch ein paar Tropfen Öl dazu, dann kleben sie nicht mehr und dann hat man immer gute Spaghetti. Ich würde Olivenöl nehmen, das gesündeste Öl für die Menschheit!“
Auch wie man Fleisch wichtig anbrät, weiß Werner Kropp natürlich ganz genau:
Werner: „Wenn man zu Hause etwas Kurzgebratenes essen möchte, vom Rinderfilet angefangen über Schweinefilet, Kotelette, Poularde (also vom Geflügel) oder Hase, Reh, Taube, Fasan - das sind alles kurzgebratene Sachen - dann gibt es nur einen einzigen Weg! Erst den Backofen anstellen, 180-190 Grad Umluft oder 200 Grad Ober-/Unterhitze, dann nehmt ihr eine Pfanne, das Stück Fleisch wird ein bisschen gepfeffert, anschließend mit Butaris oder Butterschmalz oder Olivenöl - wie heute beim Lamm - schön von beiden Seiten anbraten. Anschließend legt ihr das Fleisch in den Backofen. Rinderfilet dauert dann noch so 12-15 Minuten, Lamm reicht dicke bei 8-10 Minuten, ebenso Geflügel bis maximal 12 Minuten, Reh und Hase - ihr werdet es kaum glauben - 6-8 Minuten im Backofen, dann ist es fertig (Reh ohne Knochen meine ich, NICHT am Knochen gebraten), Fasan und Taube, 4-5 Minuten! Dann ist das Fleisch wunderschön zart und ihr werdet immer ein hervorragendes Stück Fleisch haben. Euch wird nie wieder ein Steak oder ein Kotelette oder Geflügel zäh werden. Backofen an. Anbraten. Fertig. Und jetzt kommt das beste! Hat man abends sechs oder acht Leute zu Besuch und man möchte ein schönes Stück Filet essen, dann brätst du das vormittags an und schiebst das abends in den Backofen! Man kann doch nicht abends, wenn die Gäste kommen, am Herd stehen und noch braten! Stellt euch vor, ihr müsst dann Fisch braten, das ist ja wohl noch schlimmer! Das alles brate ich vormittags an und schiebe es abends auf einem Backblech in den Backofen. Und schon habt ihr wunderschön alles fertig und keinen Stress und die Bude riecht nicht nach Fisch- oder Braten-Duft!“
Für das Hauptgericht gings dann wieder ab in die Küche. Alufolie wurde mit Butter und Weißwein bestrichen, Rotbarsch, Pengasius, Lachs und frisches Gemüse draufgelegt, mit Gewürzen und Kräutern der Saison abgeschmeckt und zu einem Tortenstück eingeschlagen. Im Backofen wurde das ganze dann 10 Minuten lang bei 200 Grad fertiggegart.
Beim anschließenden Einnehmen der Mahlzeit philosophierte Werner dann über das richtige Panieren:
Werner: „Wie paniert man, weiß das jemand? Erst einmal, wenn ich ein Stück Fleisch flach klopfen möchte, geht das nur zwischen Frischhaltefolie. Peng, peng, peng, peng - schon ist das richtig schön flachgeklopft und zerreißt nicht. Wunderschön! Wunderschön! - Zuerst wird das Fleisch gepfeffert und gesalzen. Alles, was paniert wird, muss vorher gepfeffert und gesalzen werden. Dann kommt das ‚Mehlieren’, das heißt ‚mit Mehl bestäuben’, dann schön abklopfen, damit die Poren vom Stück Fleisch dicht sind und: damit das Ei besser klebt! Aber ich nehme kein Eigelb, sondern nur Eiweiß! Ich möchte, dass das Stück Fleisch nach Fleisch schmeckt - und nicht nach Ei! Viele panieren das viel zu dick, ich nehme nur Eiweiß, das Eigelb lasse ich für das Frühstück, fürs Rührei - auch das macht ihr noch falsch! Dann kommt das Paniermehl! Paniermehl müsst ihr dann kaufen, was so fertig in den Regalen steht, in den Schachteln, damit euch mal so richtig schlecht wird! Das ist genau so, wie mit dem Parmesan, diesem fertig geriebenen Parmesan! Das sind alte Rinden gemahlen, gebleicht mit Geschmacksstoffen und Haltbarkeitsstoffen versetzt und das verkaufen die euch dann so! Kauft doch Paniermehl beim Bäcker! Oder macht es selber. Dann anbraten von beiden Seiten, raus aus der Pfanne, ab in den Backofen. Die Spargelzeit ist ja leider schon vorbei, man hätte also für jeden fünf Schnitzel mal sechs Leute, das macht 30 Schnitzel - das hätte man alles am Vormittag schon vorbraten können in der Pfanne, dann abends kurz in den Backofen für 5 Minuten - wunderschön zart! Wenn man mit Messer und Gabel zu dem Stück Fleisch hinkommt und möchte es zerschneiden, dann zerteilt sich das vorher! So zart ist das, glaubt es mir! So ist man ein paniertes Stückchen Fleisch!“
Nach dem leckeren Parfait, der Nachspeise gabs dann noch eine weitere Quizrunde und man saß noch eine ganze Zeit gemütlich beisammen. Gegen Mitternacht endete der Kochabend:
Werner: „Also, liebe Kochschüler! Vielen Dank für den Besuch heute! Ich hoffe, dass es euch sehr gefallen hat. Alles, was wir gekocht haben, habt ihr auch restlos verzehrt, wie ich gesehen habe! Wahnsinn! Ich würde mich freuen, wenn ihr etwas Schönes nachkocht zu Hause oder ihr mal wieder hier her kommt, wenn es wieder heißt: ‚Herzlich willkommen in Werners Kochschule!’ Dankeschön für den Besuch - bis zum nächsten Mal!“
Ein Kochkurs bei Werner macht richtig Spaß und wirklich jeder kann mitmachen. So ein Abend kostet ca. 60 EUR pro Person - je nachdem, was gekocht wird. Eine halbe Flasche Wein, Mineralwasser und Kaffee sind inklusive. Verschenken Sie doch mal einen Gutschein für die Kochschule, denn Werner Kropp lässt garantiert nichts anbrennen!!
An diesem Beitrag hat Marc-Phil Schneider von oeins mitgearbeitet, vielen Dank!!
Sämtliche Rezepte sind auf www.OlisAbendshow.de nachzulesen, im Archiv auf der Seite der 18. Sendung vom 1. August 2007. Viel Spaß beim Nachkochen!! :)
(Transkription eines Radiobeitrages. Anhören unter: www.OlisAbendshow.de - Sendung Nr. 18 vom 1. August 2007)
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