Original-URL: http://www.yourjournal.de/artikel/1095-meine-gedanken-zum-holocaust.html

Redakteur: Lesari
Kategorie: Kultur
Veröffentlicht am: 08.03.2009 15:12

Meine Gedanken zum Holocaust

Der Gedenktag des Holocaust ist zwar eine Weile, doch noch immer beschäftigt mich das Thema.

Meine Gedanken zu Holocaust


Wieder einmal wurde am 27. Januar weltweit an den Holocaust gedacht.
In einer Feierstunde, sagte Bundespräsident Horst Köhler, wer sich der
eigenen Vergangenheit nicht stelle, dem fehle das Fundament für die Zukunft.

Doch wie setzen wir uns noch damit auseinander. Gedanken, gingen mir durch

den Kopf, besonders als ein Interwiew in BBC online Nachrichten las. Es ist nicht

nur die Frage, wie es selber einem in Erinnerung bleibt, sondern auch wie Auschwitz als Mahnmal erhalten werden soll.

Was geschieht, wen der letzte Überlebende gestorben ist?

Mir ist bewusst, das es in Deutschland so eine Diskussion lieber vermieden wird,

darum möchte ich auszugsweise, die Gedanken des Interviews wiedergegeben.

Es trafen sich dazu der Historiker Robert Jan Velt und der polnische

Staatssekretär Wladyslaw Bartoszweski, der ein ehemaliger Insasse von Auschwitz war.


Begonnen wurde mit Robert Jan Pelt. Viele Auschwitzüberlebende haben ihm erzählt, das nur derjenige die Leidensgeschichte versteht, wer einmal das Lager besucht hat.  Ihre Sicht wird in dem Film "Nacht und Nebel" schockierend zusammengefasst. 1955 besuchte das Filmteam um Alain Resnais das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und rekonstruierte mit Hilfe Archivmaterial das Leben und Sterben im Vernichtungslager. Der Zuschauer sollte daran erinnert das dies niemals wieder passieren darf. Doch heute

wirken sie ersteinmal anders auf die Besucher.


Warum sollte die Welt die maroden leerstehenden Baracken erhalten?

Sicherlich brauchen die Überlebenden einen Platz, an denen sie trotz des Leids, zurückkehren können. Nur sie werden immer weniger, und die späteren Generation, erleben dieses Mahnmal anders. Was passiert, wenn keiner mehr ihnen davon erzählen kann? Wenn der letzte  Überlebende gestorben ist?

Auch Jorge Semprum ging dieser Frage nach, was geschehen wird, wenn keiner mehr von den Überlebenden da ist, die die Erinnerung in sich tragen. Er schrieb in seinem autobiografischen Roman "Die große Reise" ( 1963) über seine fünftägige Fahrt aus einem französischen Lager in das KZ Buchenwald. Es ist auch eine Metapher für die Jahre der Deportation eines Widerstandskämpfers in die deutsche Lager.

So wie wir den 64. Jahrestag der Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz gedenken- auch wenn der Begriff "Befreiung" nicht wirklich angebracht ist, weil die viele Insassen danach auf dem Todesmarsch starben- so ist es an der Zeit über die Zukunft darüber nachzudenken, ob es irgendwann einen ersten Gedenktag für den letzten verstorbenen gibt. Das soll nicht zynisch klingen, doch die Frage wird uns eines Tages beschäftigen.

Sollen wir den Baracken erlauben, das Gras und Dornenzweige über sie wachsen, und vielleicht nur eine Gedenktafel daran erinnert? Wird es die Erinnerung dann verändern?

Hier wurde diese Frage kaum stellt, weil ein Überlebender es anders sieht. Er möchte  natürlich das alles erhalten bleibt, als Mahnmal. Einer von ihnen ist der polnische Staatssekretär und der Vorsitzende des Internationalen Auschwitz-Rates Wladyslaw Bartoszweski. Für ihn, haben nur die das Recht, darüber zu entscheiden, was geschehen soll, die Auschwitz überlebten. Hundertausende sind in den Konzentrationslager umgekommen, und doch sind sie

immer noch ein Teil von uns. Deshalb machte Bartoszweski auf den schlechten Zustand der Gedenkstätte aufmerksam. Denn sie wurden nicht nur aus Nächstenliebe gerettet, sie sollten Zeugnis über diese Tragödie ablegen.Rund 1 Million Menschen, die meisten von ihnen Juden, wurden während des 2. Weltkrieges vernichtet.Die Überlebenden erfüllten das Testament und möchten es auch weiterhin an die nächsten Generationen weiter geben.

Auch ihnen ist bewusst, das irgendwann keiner mehr von ihnen da ist, doch die "Steine werden immer weinen". Die Ruinen der Krematorien und Gaskammer in Birkenau, die leeren Kojen in  Block 11 und die Mauer des Todes- sie alle schreien. Deshalb ist es wichtig, das alles erhalten bleibt, egal wieviel es kosten wird. Wenn ersteinmal alle Spuren verschwunden sind, dann wird die Vergangenheit vergessen. Warum kein Geld bereitstellen, wenn wir sonst alte Burgen renovieren, oder Bilder restaurieren? Es ist ein Ort geworden, der zu einem globalen Symbol wuchs, und die nächsten Generationen davor warnen soll. Ein Ort der immerwährenden Warnung.

Wer konnte ahnen das Auschwitz eine Gedenkstätte des Grauen wird? Die Nazis hatten nie einen langfristigen Nutzung dieser Gebäude im Sinn, die Backsteinbauten waren nur als Provisorien  gedacht, als kurzfristige Unterbringungsmöglichkeit für die Gefangenen bis zu ihrer

Ermordung.  Jetzt zerfallen die bis zu 155 Objekte und 300 Ruinen, und die knapp 6,3 Millionen Euro  reichen nicht zur Erhaltung aus. Mittlerweile wurde in Polen eine Stiftung gegründet, um die Gedenkstätte Auschwitz zu sichern. Das Ziel: Einen 120-Millionen-Euro-Fond zu  schaffen. Die Bundesregierung bekräftigte ihr Engagement für die Gedenkstätte, der sie bereits finanziell zugesagt hat.

Das waren meine Gedanken, das Interview hat mich so beschäftigt, das ich es einfach zusammenfassen wollte. Ich danke für das Verständnis.