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Kultur | 11.12.2008 22:04  Drucker

Kunst - Treffpunkt Offenbach a.M.


Kunst - Treffpunkt Offenbach a.M.

Mit seiner Kunsthaus Galerie hat Uwe Kampmann auf schwierigem Terrain eine Botschaft etabliert, die grenzüberschreitend wirkt.

Zweifelsohne ist der kräftig gebaute Kunstliebhaber auch ein Kaufmann. Er strahlt souveräne Gelassenheit aus, ist verbindlich im Umgang und hat ein Gespür für Menschen. Doch schon die Standortwahl für seine vor rund einem Jahr gegründete Galerie zeigt, dass es ihm um mehr geht als ums Geldverdienen. Kampmann hat Sendungsbewusstsein.

Wie sonst hätte er sich entschließen können, ausgerechnet in Offenbach mit Malerei und Plastiken zu handeln – in einer Stadt, die vielerlei Assoziationen weckt, aber nicht gerade Synonym für Kultur ist. „Offenbach ist für mich eine Künstlerwerkstatt, eine Kunstschmiede ohne Marktplatz“, sagt Kampmann. Er sieht sich als „Bürger einer Kreativstadt“ und will sich als solcher engagieren mit dem, was er kann. „Ich bin die Schnittstelle zwischen dem Künstler und dem Liebhaber von Kunst“, beschreibt er seine Mission als Kommunikator.

„Die Liebe zum Bild“ steht bei dem 57 Jahre alten Galeristen im Vordergrund. Er wählt die Künstler, die er vertritt, sorgsam aus und beschränkt sich auf die Kooperation mit wenigen, die ihn mit ihrem Schaffen vollständig überzeugen. Das sind gegenwärtig der Maler und Zeichner Klaus Jürgen Miegel, die Lithografin und Malerin Ursula Zepter und der amerikanische Bildhauer Peter Myrdal. Kampmann nennt diese drei seine „Stammkünstler“. Mit einigen anderen arbeitet er punktuell zusammen.

 Der in Tangermünde an der Elbe geborene Kosmopolit hatte ein bewegtes Leben, ehe er seine Existenz gründete – in einem Alter, in dem sich andere auf die Rente vorbereiten. Mit elf Jahren, sechs Monate vor dem Mauerbau, kam er mit seiner Mutter nach Westdeutschland. „Ich fühlte mich damals heimatlos, entwurzelt und träumte davon, Abenteuer in der weiten Welt zu erleben.“ Kampmann war fünf Jahre alt, als ihm seine Mutter zum ersten Mal die Ilias und die Odyssee vorlas. „Die Epen, die von Abenteuer und Kampf erzählen, beeindruckten mich tief und ließen mich nicht mehr los.“

Geprägt von diesen Welten, brach er mit 17 Jahren die Schule ab und ging nach Paris. „Ich war ein Beatnik, der sich entschloss, sein Glück auf Reisen zu suchen.“ Es folgten ein Aufenthalt in Marseille, dann zwei Jahre Rom, Griechenland und schließlich Amerika, „von Kanada bis Feuerland“.

Die Bundeswehr rief ihn nach Deutschland zurück, da war er 22 Jahre alt und hatte noch immer keine Ausbildung. Er entschied sich gegen ein Leben als Soldat und machte in Münster eine Lehre zum Krankenpfleger, um dann 35 Jahre lang in diesem Beruf zu arbeiten. Eine gute Stelle lockte ihn ins Rhein-Main-Gebiet.

Kampmanns Maxime war und ist es, „das zu machen, worin ich mich wohlfühle.“ Seit seiner Kindheit ist ihm die Kunst ein Zuhause. Seine Mutter lehrte ihn malen, zeitlebens schreibt er, beim Offenen Kanal Offenbach machte er sich als Filmemacher einen Namen. Jetzt vermittelt er Kunst auf ganz persönliche Weise in seiner Salon-Galerie. Sein merkantiler Erfolg nach nur einem Jahr ist eher ein Nebenprodukt, das er dennoch nicht unterschätzt: „Der Künstler erfährt die Wertschätzung des Käufers über den Preis.“ 09/08 uti www.xing.com/profile/Uwe_Kampmann  

geschrieben von Uwe-Kampmann

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Quelle: pbsreport.de
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