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Wirtschaft | 13.10.2008 12:49  Drucker

Philips schaut aufs Portemonnaie


Die Geschäfte laufen nicht so recht bei Philips. Das Ergebnis brach im dritten Quartal überraschend stark ein, der Umsatz ging zurück. Der Elektronikkonzern kündigte daher weitere Sparmaßnahmen an.

Philips schaut aufs Portemonnaie

"Wir haben bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität sicherzustellen“, erklärte Philips-Chef Gerard Kleisterlee anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen. Man werde die Kosten weiter im Griff halten. Philips will Investitionen zunehmend in Wachstumsregionen verlagern und das bestehende Effizienzprogramm in allen Sektoren beschleunigen. Ziel sei es weiterhin, das Ebita (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte je Aktie bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln.

Die Zwischenbilanz zum dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz fiel um 2 Prozent auf 6,33 Milliarden Euro, während Analysten einen Anstieg der Erlöse prognostiziert hatten. Das Ebita fiel zwischen Juli und September um 71 Prozent auf 128 Millionen Euro. Analysten hatten mit 168 Millionen Euro gerechnet.

Gewinnplus dank Verkäufen
Unter dem Strich schaffte es der Konzern, denn Gewinn zu steigern – in erster Linie dank eines Anteilsverkaufs. Der Nettogewinn legte 8 Prozent zu auf 357 Millionen Euro. Darin ist ein Buchgewinn von 302 Millionen Euro enthalten, der aus dem Verkauf der restlichen Anteile an der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company TSMC stammt. Dem Sonderertrag stehen Rückstellungen von 241 Millionen Euro für künftige Asbest-Klagen in den USA gegenüber.

Derzeit sei es sehr schwierig, die aktuelle wirtschaftliche Lage einzuschätzen, konstatierte Kleisterlee. Angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung schätze der Konzern die Nachfrage im vierten Quartal zurückhaltend ein.

Restrukturierung belastet 4. Quartal
Für die zusätzlichen Sparmaßnahmen werden zunächst weitere Kosten entstehen. Die bezifferte Philips auf bis zu 230 Millionen Euro, die komplett im vierten Quartal verbucht werden sollen. Rund 50 Millionen Euro fallen in der Medizintechnik an. Im Bereich Unterhaltungselektronik rechnet der Konzern jetzt mit Restrukturierungskosten von insgesamt 190 Millionen Euro nach zuletzt 130 Millionen Euro. Der Großteil der Kosten entfällt auf das Geschäft mit Fernsehgeräten. In der Lichtsparte rechnet Philips mit Aufwendungen von bis zu 100 Millionen Euro.

Wegen der unsicheren Lage an den Finanzmärkten will der Konzern das Tempo beim Rückkauf eigener Aktien drosseln. Noch sei unklar, ob das Programm wie ursprünglich geplant im kommenden Jahr abgeschlossen werde, sagte Finanzvorstand Pierre-Jean Sivignon. Bis Ende September hatte Philips eigene Aktien für rund 3 Milliarden Euro zurückgekauft. Damit sind rund 60 Prozent des derzeit laufenden Programms über 5 Milliarden Euro ausgeschöpft. Sivignon versicherte jedoch, das Rückkaufvolumen nicht kürzen zu wollen.

Auf Schnäppchensuche
Der Finanzchef stellte Zukäufe in Aussicht. Man müsse angesichts der Finanzkrise jetzt besonnen handeln, es sei aber wahrscheinlich, dass mögliche Übernahmeziele nun billiger würden und sich damit Kaufgelegenheiten ergäben, sagte er.

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