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Redaktion
Wirtschaft | 25.09.2008 17:22  Drucker

Finanzkrise erreicht Volksbanken und Sparkassen


Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers trifft jetzt auch die deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Die Geldinstitute wollen Verluste von mehreren Hundert Millionen Euro aus eigenen Reserven begleichen. Experten sagen, wie sicher die Einlagen der Volksbank- oder Sparkassen-Kunden sind.

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Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) gab sich zuversichtlich, dass ein Teil der Forderungen an Lehman später zurückfließen werde. Die unter Milliardenabschreibungen leidende US-Investmentbank musste in der vergangenen Woche Gläubigerschutz beantragen, weshalb auch die deutsche Tochter geschlossen wurde. Die hierzulande in Lehman-Papiere angelegten Gelder sind damit vorerst eingefroren.

Wie viel die Gläubiger zurückbekommen, wird entschieden, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Außerhalb Deutschlands wurden bereits Teile der einst viertgrößten Investmentbank verkauft. Allein wegen der Lehman-Pleite stehen bei den deutschen Landesbanken einige Hundert Millionen Euro im Feuer. Am stärksten betroffen sind Häuser wie die LBBW, die BayernLB und die HSH Nordbank.

Einige Institute nahmen deswegen bereits ihre Gewinnziele für 2008 zurück. Die privaten Geschäftsbanken halten sich noch weitgehend bedeckt, was ihr Engagement in Lehman-Papiere angeht.

Volks-, Raiffeisen- und andere Genossenschaftsbanken sind Mitglieder in einer gemeinsamen Sicherungseinrichtung. „Die Leute können ruhig schlafen“, sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Thomas Bieler. Bisher seien Probleme einzelner Institute immer vom Verbund der Genossenschaftsbanken aufgefangen worden. Er gehe davon aus, dass das so bleibe. Durch das Sicherungssystem der Genossenschaftsbanken seien nicht nur die Einlagen, sondern die Institute selbst geschützt, erklärte Bieler.

Er verwies auf zwei Besonderheiten dieses Systems im Vergleich zu Einlagesicherungen anderer Banken: Zum einen sichere es nicht nur die Einlagen der Sparer ab, sondern schütze die Institute insgesamt vor einer Insolvenz. Dies ist auch bei Sparkassen der Fall. Zweitens seien auch Zertifikate abgedeckt.

Nach eigenen Angaben schützt die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bei den ihr angeschlossenen genossenschaftlichen Banken zu 100 Prozent und ohne betragliche Begrenzung Einlagen und Inhaberschuldverschreibungen von Kunden. Seit Bestehen ab dem Jahr 1934 habe noch nie ein Einleger entschädigt werden müssen, kein Kunde habe Einlagen verloren. Noch nie sei eine angeschlossene Bank insolvent gegangen.

Die Sicherungseinrichtung basiert dem BVR zufolge auf Beitragszahlungen von Mitgliedsbanken und aus Garantieerklärungen, das heißt Zahlungsverpflichtungen, der einbezogenen Banken. Eine Liste der Mitgliedsbanken findet sich auf der Internetseite des BVR

 

 

geschrieben von Prof.Dr.David Richter

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