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Gesundheit | 12.06.2007 22:48  Drucker

Selbstheilung mit Jin Shin Jyutsu


Jin Shin Jyutsu ist eine einfache, preisgünstige Hilfe zur Selbsthilfe. Einige Krankenkassen übernehmen sogar bereits die Kosten. Heilpraktikerin Eika Bindgen und Schulmediziner Dr. med Markus Dongowski erklären, wie man sich mit simplem Handauflegen selbst behandeln kann.

Wenn ein kleines Kind hingefallen ist und eine Schürfwunde hat, legt es automatisch seine Hand auf die Wunde. Wer Migräne hat, fasst sich an den Kopf und massiert die quälenden Regionen. Wer einen Hexenschuss hat, knetet  die Bereiche am Rücken, die er mit den Händen noch erreichen kann. Immer wieder werden also die Hände eingesetzt, um bei Beschwerden Linderung zu bewirken. Die meisten Menschen machen das nicht bewusst, sondern ganz instinktiv. Vor allem Kinder denken überhaupt nicht darüber nach, sie setzen ihre Hände einfach ein, ohne zu fragen, warum und wieso ihnen das scheinbar gut tut.

Dass Hände eine heilende Wirkung haben können, ist seit Jahrtausenden in den verschiedenen Kulturkreisen bekannt. Der Japaner Jiro Murai hatte Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begonnen, das überlieferte Heilwissen zu erforschen. Heilpraktikerin Eika Bindgen:

Eika Bindgen:

Anfang des letzten Jahrhunderts gab es einen Japaner namens Jiro Murai, der war damals 26 und hatte eine für damalige Begriffe unheilbare Krankheit und er machte dann - eigentlich, um sein Leben abzuschließen - eine tiefe Meditation. Er übte die damals ihm bekannten Fingerhaltungen und spürte dann aber, dass das eine besondere Wirkung hat und er machte diesen Prozess sieben Tage lang. Danach fühlte er sich geheilt. Er war so begeistert von dieser Erfahrung, dass er sich der Erforschung dieser Kunst widmete. Jiro Murai hatte Zugang zu alten japanischen Schriften, die in kaiserlichen Gemächern aufbewahrt waren. Er betrieb Studien, um dieses Wissen sozusagen wieder zu beleben. Murai hat dann sein über viele Jahre erworbenes Wissen verifiziert, hat weitere Studien betrieben und hat zum Beispiel Menschen mit Ohrenschmerzen behandelt. Er probierte die entsprechenden Ströme, Haltungen und Stellen aus, um die Ohrenschmerzen zu lösen, zum Beispiel bei Obdachlosen in Tokio oder an anderen Menschen, die ihn riefen, ihn um Hilfe baten.”

So entstand die sogenannte „göttliche Heilkunst, die surch den mitfühlenden Menschen wirkt“ – Jin Shin Jyutsu. Die Amerikanerin Mary Burmeister traf den Japaner Jiro Murai und war so fasziniert von dieser Heilkunst, dass sie gemeinsam mit ihm ein praktikables Konzept für Jedermann entwickelte. Durch sie wurde Jin Shin Jyutsu auch in der westlichen Welt bekannt. Zwischenzeitlich hat sie diverse Bücher und Anleitungen herausgebracht und gibt überall auf der Welt Kurse und Workshops. Außerdem bildet sie Muliplikatoren aus, die ebenfalls wieder Kurse geben und so Jin Shin Jyutsu weiter bekannt machen. Auch in Oldenburg werden Seminare angeboten. Eika Bindgen ist Heilpraktikerin in der Huntestadt und erklärt, wie Jin Shin Jyutsu eigentlich funktioniert:

Eika Bindgen: “Jin Shin Jyutsu erklärt praktisch all das, was zwischen Himmel und Erde ist, wie sich eigentlich Energie manifestiert. Das, was ich bin - materiell - hat irgendwo mal seinen Ursprung in einem Gedanken, einem nicht-materiellem Impuls. Dieser immaterielle Impuls bzw. diese Idee vom Menschen manifestiert sich langsam. Das heißt, wir gehen davon aus, dass das, was ich bin, Manifestationen dessen ist, was ich denke. Letztendlich ist der Ursprung all meiner Krankheiten eine innere Haltung. Wenn diese Haltung gegen die Natur des Menschen ist, wenn ich etwas festhalte, was nicht in den Fluss gekommen ist oder was nicht in den Fluss kommt, dann entstehen auch körperliche Blockaden und diese körperlichen Blockaden melden sich in Form von Schmerzen. Wenn wir die Hände dann entweder auf diese schmerzenden Stellen legen oder auf die entsprechenden sogenannten ‚Energieschlösser’, dann harmonisieren wir den Verlauf der Energie. Wir bringen die Energie in den ursprünglichen Fluss. Die Schmerzen und die Staus lösen sich auf. So ist der Gedanke dahinter. ”

Über ein eigenes körperliches Leiden ist sie auf diese alte japanische Heilkunst aufmerksam geworden.


Eika Bindgen:
“Ich hatte 1985 zum ersten Mal einen ganz schmerzhaften Hexenschuss, der vierzehn Tage lang von einem Orthopäden erfolglos behandelt wurde. Ein damaliger Mitbewohner bot mir dann eben so eine Jin Shin Jyutsu-Behandlung an. Er kam gerade von einem Kurs und hielt dann nur so ein bisschen meine Zehen und eine Stelle am Bein, das war ganz unspektakulär. Ich hatte den Eindruck, da würde gar nicht viel passieren. Dennoch war ich am nächsten Tag plötzlich schmerzfrei. Das hat mich so beeindruckt und viele Jahre eigentlich nicht losgelassen. Nach einer zweiten, noch viel schmerzhafteren Attacke, habe ich dann angefangen, diese Kunst einfach für mich selber zu lernen und auszuüben. Ich war dann - trotz schulmedizinischer Diagnose - dass das hätte versteift und operiert werden müssen - nach einem halben Jahr schmerzfrei und habe seit dem auch keine Beschwerden mehr. Ich habe dann diese Selbsthilfekunst zwei bis drei Jahre lang erst mal nur für mich ausprobiert und bei meiner Familie ausgeübt. Dann bin ich 1993 zu einem Fünf-Tage-Kurs nach München gefahren und dort habe ich das theoretische Hintergrundwissen und das gesamte Spektrum erfahren. Von da ab war ich dann ein- bis zwei Mal im Jahr dort zu einem Wiederholungsbesuch. Zu diesem Zeitpunkt bin ich auch angefangen, mit meinen Patienten so zu arbeiten und so ging es immer weiter bis heute.”

Jin Shin Jyutsu sei an sich nichts anderes, als ein angeborenes Wissen, so schreibt Mary Burmeister in einem ihrer Bücher, alles, was wir für Harmonie und Gleichgewicht im Leben brauchen, liege in uns. Und weiter schreibt sie: „Die Lebensenergie durchfließt unseren Körper nach ganz bestimmten Gesetzmäßigkeiten, sie fließt an der Körpervorderseite hinunter und an der Körperrückseite hinauf. Im Jin Shin Jyutsu geht man davon aus, dass Energie in den beiden Händen unterschiedlich fließt: Aus der rechten Handfläche strömt die Energie heraus, in die linke Handfläche strömt die Energie hinein. Durch diese Polarität bewirken die Hände eine unterschiedliche Flußrichtung, man kann sie mit Starthilfekabeln vergleichen, indem wir sie bei uns oder anderen auflegen, helfen wir, dass sich die persönliche Lebensbatterie wieder auflädt.“ Bei blutenden Wunden zum Beispiel wird zuerst die rechte Hand auf über die Körperstelle gelegt und anschließend die linke über die rechte. Diese Haltung soll helfen, Energie in den Körper hineinzuleiten. Streng genommen, ist Jin Shin Jyutsu also nichts anderes, als gezieltes Handauflegen und stimulieren bestimmter Punkte am Körper. Jin Shin Jyutsu kann von jedem erlernt werden, auch von Kindern, es ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. Einmal erlernt, kann man es jederzeit und überall anwenden, am eigenen Körper oder an einem anderen Menschen. Man kann diese Heilkunst sogar bei Tieren anwenden.

Eika Bindgen: “Es ist genau so, wie bei Homöopathie, das ist ja das schöne bei den Tieren. Man sagt ja auch immer, man muss dran glauben. Aber Tiere haben ja nicht so den Intellekt, sie denken nicht darüber nach und müssen auch an nichts glauben und trotzdem wirkt Jin Shin Jyutsu bei Tieren immer ganz wunderbar!”

Aber kann man mit Handauflegen wirklich Erfolge erzielen, macht es Sinn oder ist alles Hokuspokus und pure Einbildung? Dr. med Markus Dongowski ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) in Oldenburg:


Markus Dongowski:
“Es sollte jeder machen. Meiner Meinung nach sollte man Jin Shin Jyutsu bereits in Kindergärten und Schulen einführen. Es würde vielleicht noch ein bis zwei Generationen dauern, aber dann wären viele Erkrankungen, die wir haben, einfach nicht mehr da. Das Prinzip lautet: ‚Wehret den Anfängen!’ - Man sollte den Leuten gleich von Anfang an zeigen, was sie machen können oder wie die Zusammenhänge überhaupt funktionieren und warum Schmerzen gerade dort und nicht an einer anderen Stelle auftreten. Es ist ja nicht zufällig, dass der eine Schmerzen am Knie hat, der andere am Magen, der dritte am Auge oder am Ohr. Es gibt ganz bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die aufzeigen, wo die wahren Ursachen sind. Viele Erkrankungen sind nicht mehr in der Ausprägung erforderlich und nicht mehr präsent, wie es momentan der Fall ist!”

Ein Unfall seines Kindes brachte für ihn den Beweis, dass Jin Shin Jyutsu tatsächlich funktionieren kann.


Markus Dongowski:
“Meine älteste Tochter ist mittlerweile zehn Jahre alt. Sie war im Alter von einem Jahr auf den Hinterkopf gefallen, hatte eine Gehirnerschütterung erlitten aber am nächsten Tag war das scheinbar in Ordnung, die Sache war nach ein paar Tagen schon wieder vergessen. Aber nach sechs Wochen fing sie an, Krampfanfälle zu entwickeln, sogenannte ‚Petit Mal-Anfälle’. Sie fing an, zu zucken und zwar an Kopf und Oberkörper und sie war auch leicht weggetreten dabei. Dieser Zustand hielt immer ein paar Sekunden an. Meine Frau zeigte mir das, und meine Kollegen in der Klinik, die Neurologen sagten ganz klar: ‚Narkose - und dann CT!’ - also eine Computertomographie und dann noch Hirnströme messen. Damals machte ich gerade meine Meditationsausbildung. Bei dieser Frau fragte ich dann an: ‚Mensch, du weißt doch immer so andere Sachen, sag doch mal was dazu!’ - Sie antwortete: ‚Jawohl, mach doch mal den Finger-Zehen-Strom und zwar musst du in einer bestimmten Kombination einfach nur Finger und Zehen halten!’. Das habe ich dann vierzehn Tage lang gemacht und danach waren die Krampfanfälle weg!”

Eika Bindgen bietet in ihrer Praxis verschiedene Selbsthilfe-, Kinderkurse, Chill-Out-Gruppen, Projektwochen und Workshops an. Jin Shin Jyutsu ist eine einfache, preisgünstige Hilfe zur Selbsthilfe. Einige Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten. Während Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Meisterin im Handaufhalten ist, sollte sie es mal mit handauflegen versuchen. Entspannend und beruhigend ist das alle mal!

(Transkription eines Radiobeitrages. Anhören unter: www.OlisAbendshow.de - Sendung Nr. 14 vom 6. Juni 2007 - Dort finden Sie auch die Adresse der Heilpraktikerin und das derzeitige Kursangebot)

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Quelle: OlisAbendshow.de
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