Nach vielen erfolgreichen Programmen kehrte Tim Fischer mit einem „Ein-Mann-Musical“ nach Oldenburg zurück. Am 7. März trat er in der Kulturetage Oldenburg mit dem Stück: „Adam Schaf hat Angst“ auf. Für seine außergewöhnlichen Leistungen in dieser Produktion erhielt Tim Fischer 2007 den Rolf-Mares-Preis 2007. Georg Kreisler ist der Autor dieses Musicals. Erzählt wird die Geschichte des alten Schauspielers Adam Schaf, der in der Theatergarderobe auf seinen Auftritt wartet.

Dabei lässt er sein Leben Revue passieren. Tim Fischer tritt in diesen Lebenslauf ein und durchläuft mit enormer Wandlungsfähigkeit und in rasanten Stimmungs- und Rhythmuswechseln die Stationen dieses Daseins. Er durchlebt alle Höhen und Tiefen: Die großen Erfolge und Illusionen, die unerfüllten Träume und nicht gelebten Lieben, komische Situationen und die vielen verlogenen Rollen – die Adam Schaf nicht nur auf der Bühne gespielt hat. Hören Sie jetzt einen Ausschnitt aus dem Programm:
Adam Schaf [Tim Fischer]: „Und ich wollte natürlich sofort zum Theater! Auf die Bühne! Spielen! Spielen! Spielen! – Aber da waren meine Eltern strikt dagegen. ‚Zuerst musst du was lernen!’, sagte mein Vater, ‚Schauspieler ist ein Hungerberuf!’ Also fing ich an nachts zu studieren, und tagsüber arbeitete ich in einem Büro. Jeden Morgen war ich unterwegs, hatte einen hässlichen Mantel an, eine Aktentasche unter dem Arm, und da lernte ich endlich, dass Deutschland nicht nur eine Zukunft, sondern auch eine Vergangenheit hatte!“
Für diese Produktion mit Tim Fischer hat Georg Kreisler das Musical nicht nur neu bearbeitet, sondern er führte auch selbst Regie. Es ist schier unglaublich, wie Tim Fischer vom gramgebeugten Alten zum vitalen Jungspund wechselt. Mit klarer und ungemein biegsamer Stimme bringt er die Gefühlswelt der Lieder ganz unsentimental zum Klingen. Er poltert, posiert neckisch – aber nie albern. Regelmäßig erntet Tim Fischer Standing Ovations am Ende der Vorstellung.
Stimme aus dem Off: „Noch zehn Minuten, Herr Schaf! Bitte kommen sie langsam auf die Bühne, sie haben nur noch zehn Minuten!“
Adam Schaf [Tim Fischer]: „Nur noch zehn Minuten!? Und dann soll ich auf die Bühne kommen und warten! Die Schauspielerei besteht aus warten! Das Leben besteht aus Warten! Seit Jahren wartet die ganze Welt auf Frieden! Ich glaube, wirklicher Frieden muss von der heiligen Stadt Jerusalem ausgehen! Erst wenn dort die drei Religionen Christentum, Judentum und Islam nebeneinander und miteinander in Frieden leben – erst dann wird es auch Frieden auf der ganzen Welt geben! Das ist halt so meine Idee!“
Tim Fischer besuchte die Freie Waldorfschule in Oldenburg. Geprägt durch den Film „Lili Marleen“ von Fassbinder fing er früh an, Chanson-Platten zu hören. Bereits mit 15 Jahren fanden seine ersten Auftritte in Oldenburg statt – am Klavier wurde er seinerzeit von einer Schulfreundin begleitet. Mit 17 zog er nach Hamburg, arbeitete im Schmidt-Theater und begann seine Karriere als Chansonnier aufzubauen. Die nächste Station war Berlin. Seine Bekanntheit wuchs rasch – Auftritte im Fernsehen machten ihn einem größeren Publikum bekannt. Mittlerweile hat Tim Fischer eine große Fangemeinde in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis zum heutigen Tag hat der gebürtige Delmenhorster zahlreiche Programme, Liederabende und ungewöhnliche Produktionen auf die Bühne gebracht. Viel Lob und Anerkennung folgten, so erhielt Tim Fischer unter anderem den Deutschen Kleinkunst- und den Lale Andersen Preis. Mit dem Musical „Adam Schaf hat Angst“ reist er noch bis Ende Herbst diesen Jahres queer durch Deutschland und das deutschsprachige Ausland. Ende des Jahres will er mit einem neuen Chanson-Programm erneut auf Tournee gehen. Tim Fischer – in der Oldenburger Kulturetage immer ein gern gesehener Gast!
Hören statt lesen unter: http://www.magic14u.de/Q1-2008/html/horsaal4.html
(Transkription eines Radiobeitrages. OLi's Abendshow - Sendung Nr. 31 vom 5. März 2008 - http://www.OlisRadioshow.de)


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