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Kultur | 02.05.2008 01:28  Drucker

Wencke Myhre wieder auf Tournee


Gold und Weihrauch kann ich Ihnen jetzt nicht präsentieren – dafür jede Menge Myhre – Wencke Myhre!! Nach dem Riesenerfolg „Gitte-Wencke-Siw – Die Show“ kommt Kult-Star Wencke Myhre am 9. Mai mit der großen „Wencke-Myhre-Show“ nach Bremen.

Wencke Myhre wieder auf Tournee

In ihrer Show wird Wencke Myhre die Vielfalt ihrer künstlerischen Ausdruckskraft zeigen können. Es wird mit Sicherheit großes Entertainment geboten, das so in dieser Form lange nicht mehr auf deutschen Bühnen zu sehen war! Am Telefon begrüße ich jetzt aus Oslo zugeschaltet – Wencke Myhre!

Oli:
“Wencke Myhre, sie sind wieder mit großem Orchester auf Tournee. Was präsentieren sie in ihrem neuen Programm?”

Wencke Myhre:
“Ja, das ist – wie sie schon sagten – eine Show mit großem Orchester, eine Konzertshow! Wenn man die Möglichkeit hat, dann lockt das natürlich, das wollte ich schon lange! Mit so einer Besetzung gibt es tolle Möglichkeiten, Lieder zu machen. Ich präsentiere natürlich meine alten Schlager und Songs, die ich vor langer Zeit gesungen habe. Jetzt singe ich sie in neuem Gewand, ich habe mich inspirieren lassen! Es kommt also schöne Musik, tolle Balladen, ein bisschen skandinavische Musik – also eine schöne Mischung – Swing, Rock’n Roll, Comedy – ich glaube, das wird ein toller Abend!”

Oli:
“Sie stehen seit ihrem 13. Lebensjahr auf der Bühne, da haben sie einen Talentwettbewerb gewonnen, stimmt das?”

Wencke Myhre:
“Nicht ganz, ich stehe schon seit meinem 7. Lebensjahr auf der Bühne. Mit dreizehn habe ich meinen ersten Plattenvertrag bekommen. Da ging es mehr professionell los. Aber mit sieben Jahren war ich schon auf der Bühne!”

Oli:
“Bereits 1963 haben sie eine goldene Schallplatte in Norwegen bekommen für einen Song, den Gitte sehr erfolgreich in Deutschland gesungen hat – das war der ‚Cowboy’.”

Wencke Myhre:
“Ja: ‚Ich will nen Cowboy als Mann’. Das Lied bringe ich natürlich auch auf meinem Konzert – in einer lustigen Ausgabe, auf norwegisch natürlich!”

Oli:
“Das ist dann für das deutsche Publikum mal ganz was Neues! Danach – in den 60ern – sind sie dann ja auch nach Deutschland gekommen und haben hier dann große Erfolge gefeiert. Wie ist das überhaupt zu Stande gekommen? Warum sind sie von Norwegen, wo sie ja schon ein großer Star waren, nach Deutschland gegangen?”

Wencke Myhre:
“Ich hatte zu dieser Zeit, da war ich vierzehn, fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, viele Songs in den Top 10 in Norwegen gehabt. Das waren drei oder vier Songs gleichzeitig in den Top 10. Die deutsche Grammophon bzw. Polydor haben das gesehen und die haben sich gefragt: ‚Wer ist dieses Mädchen?’ Da kam der Chef hoch nach Norwegen – Bobby Schmidt – der wurde dann später auch mein Produzent. Das war alles nicht unproblematisch, denn ich ging ja noch zur Schule und durfte nicht einfach wegreisen. Jedenfalls hat die Polydor mich dann kennen gelernt. Ich musste ein bisschen deutsch singen – und plötzlich hatte ich einen Plattenvertrag! Ich war mir damals selber nicht klar darüber, dass das so eine tolle und wichtige Begegnung war, ich fand es einfach nur lustig, mein deutsch war in Ordnung und dann ging es los!”

Oli:
“Es gibt Eigenschaften, da sagt man: ‚Das ist typisch deutsch!’ – Also, zum Beispiel sagt man, die Deutschen hätten keinen Humor, was glaube ich gar nicht stimmt, wir Deutschen seien immer pünktlich und wir würden viel arbeiten. Was ist denn typisch norwegisch? Gibt es typische norwegische Eigenschaften?“

Wencke Myhre:
“Ja, wir gehen viel an die frische Luft, vor die Tür, wir gehen spazieren, das gehört einfach sehr zu den Norwegern! Wir sind vielleicht am Anfang, wenn man uns kennen lernt, etwas steif oder wir wirken zumindest so. Ansonsten weiß ich gar nicht, was so typisch norwegisch ist!“

Oli:
“Aber gab es etwas, was sie an Deutschland oder den Deutschen lustig fanden, als sie damals hier her kamen? Oder etwas Eigenartiges, wo sie gedacht haben: ‚Na, das ist ja ein komisches Volk!“

Wencke Myhre:
“Nein, es war ja so: Ich kam zwar aus Oslo, aber aus einem kleinen Vorort. Ich hatte bis dahin wenig gereist, weil ich ja noch zur Schule ging. Der Übergang in eine Großstadt in Deutschland war für mich überwältigend! Was das für ein Trubel war, was da los war, was man alles kaufen konnte! Das Essen, die Restaurants, die vielen Menschen! Aber wo sie sagen: ‚typisch deutsch’: Fantastisch war die Arbeit in den Studios! Da habe ich sehr viel gelernt! Da funktionierte einfach alles, das wurde meine Schule. Ich habe mächtig viel ‚geerntet’ in den professionellen Studios. Das war in Deutschland eine sehr gute Schule für mich.“

Oli:
“Sie hatten dann in den 60ern und 70ern viele Hits in Deutschland, waren Star in der BRAVO, sie haben vier BRAVO-Ottos bekommen, haben in Filmen mitgespielt, hatten eigene Fernsehsendungen, eigene Shows... Das muss ja eine sehr stressige, aber vermutlich auch eine sehr schöne Zeit gewesen sein. Denken sie gerne dran zurück?“

Wencke Myhre:
“Ich denke sehr gerne dran zurück! Damals hatte man ja noch keine Kinder, man war frei, man war Teenager, neugierig – da ging das alles natürlich super! Aber ich arbeite heute eigentlich genau so viel! Es ist heute auf einer anderen Ebene. Jetzt kommen größere Shows. Aber die Lust ist die gleiche. Es hat sich alles positiv verändert!“

Oli:
“Wir müssen über ein Lied unbedingt noch sprechen und zwar das ‚knallrote Gummiboot’. Als man ihnen damals das Lied anbot, wie kam es dazu, fanden sie das lustig, haben sie den Song sofort gemocht? Oder dachten sie: ‚Oh Gott! Was ist das denn?’“

Wencke Myhre: “Das war der Bobby Schmidt, mein Produzent. Der hatte mich ja kennen gelernt und festgestellt, dass mir solche Lieder liegen. Er schrieb das Lied und Hans Bratke hat den Text gemacht. Das war ein tolles Team für mich, die haben mehrere Songs für mich gemacht. Dann kam ich auch mit James Last zusammen. Der hat auch meine ersten Platten gemacht, hat sie arrangiert. Es war einfach ein fantastisches Team. Und dieser Song wurde mir auf den Leib geschrieben. Das sind Bilder, lustige Bilder! Das Gummiboot verfolgt mich heute noch, ich sitze drin und rase durch Europa! Vor kurzem war ich bei Carmen Nebel, da kam die Sendung aus Wien. Das wurde ein riesiger Erfolg! Ich habe das Gummiboot etwas umschreiben lassen, ich nenne das jetzt ‚Gummiboot on Tour’. Das Boot fährt durch alle Länder und man hört musikalisch, wo es hinfährt! Solche Entwicklungen finde ich super!“

Oli:
“Sie treten ja unter anderem in Bremen auf, am 9. Mai 2008, werden sie da das ‚Gummiboot’ auch singen? Können sich die Fans drauf freuen?“

Wencke Myhre:
“Da können sie sich freuen! Da kommt die neue Version und es kommt natürlich die alte Version. Das ‚Gummiboot’ ist voll vertreten!“

Oli:
“Es gab ja auch Zeiten in ihrem Privatleben – da will ich jetzt nicht im Einzelnen drauf eingehen – die nicht einfach waren. Dazu haben sie noch einen sehr anstrengenden Beruf, geben ständig Konzerte, sind auf Tournee. Wenn man privat Stress hat und im Beruf auch, wie steht man so etwas durch? Wie schöpft Wencke Myhre Kraft? Gibt es Dinge die sie tun, um neue Energie zu tanken?“

Wencke Myhre:
“Ja, aber das schöne ist eigentlich, dass meine Tankstelle die Bühne ist. Dort hole ich mir die meiste Energie. Was Arbeit kostet, ist das Packen, das Reisen, die fremden Hotelzimmer, weg von der Familie – das ist das, was anstrengend ist. Die Vorbereitung, das Lernen der Text, die vielen neuen Sachen, die vielen neuen Projekte – das alles hält einen aber auch wach, das ist ja auch mein Treibstoff, aber trotzdem merke ich, dass das manchmal viel wird! Dazwischen, wenn ich mal total frei habe, gehe ich ins Gebirge und in den Garten. Ich kann sehr schnell abschalten!“

Oli: “2004 war wohl ein ganz schönes Jahr für sie, denn da sind sie mit Gitte und Siw Malmkvist sehr erfolgreich auf Tournee gegangen. Sie feierten Triumphe – auch hier in Oldenburg. Wird es eine Wiederholung geben, werden sie sich noch einmal zusammen tun? Sie werden doch auch einen irrsinnigen Spaß gehabt haben, oder?“

Wencke Myhre:
“Ja, wir hatten einen riesigen Erfolg! Es waren eigentlich nur drei Wochen geplant, aber wir waren fast vier Jahre unterwegs! Von solchen Dingen träumt man nur in unserer Branche! Wir sind alle sehr dankbar, dass wir das erleben durften. Irgendwann kommt aber der Punkt, da möchte man sich weiter entwickeln. Gitte wollte wieder solo auf Tournee gehen und ich natürlich auch. Es gibt eine Zeit für alles! Das Material haben wir ja da und ab und zu wird es bestimmt ausgepackt! Es wird bestimmt irgendwann wieder eine Show geben. Aber im Moment ist keine Tournee oder ähnliches geplant. Wir haben jetzt Einzelauftritte.“

Oli:
“Jetzt im Moment läuft natürlich auch ihre Tournee. Aber, sind sie eigentlich auch privat befreundet? Haben sie Kontakt im Privatleben?”

Wencke Myhre:
“Ja, es war ja meine Idee mit der gemeinsamen Tournee. Ich habe uns drei quasi ausgewählt für dieses Projekt. Wir kennen uns ja alle, seit wir sehr jung waren. Die Siw war zehn Jahre älter als Gitte und ich. Aber wir haben uns immer getroffen früher in den Shows, und wir hatten immer viel Spaß zusammen! Und dann gingen die Jahre dahin, wir bekamen Familie. Unsere Wege verliefen also nicht immer zusammen, aber ab und zu haben wir uns getroffen und da dachte ich mir: ‚Mensch, das ist doch eine tolle Kombination!’ – Gelegentlich habe ich Kontakt zu Siw, die sehe ich öfters, dadurch, dass ich häufig in Schweden bin!“

Oli:
“Jetzt sind sie aber ja erst mal alleine auf Tournee mit großem Orchester und einem sicherlich sehr schönen Programm! – Ich bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch!!“

Wencke Myhre: “Danke schön!“

Oli:
“Ganz viele Grüße nach Norwegen, nach Oslo! Ich kann leider kein norwegisch, sonst würde ich noch einen kleinen Gruß in ihrer Landessprache senden, aber leider beherrsche ich ihre Sprache nicht!“

Wencke Myhre:
“Ja, das ist sehr schwer, aber ich sage Tschüß und ‚Tak!’“

Wencke Myhre steht nicht alleine auf der Bühne, sie wird begleitet von einem großen norwegischen Orchester unter der Leitung von Anders Eljas, dem ehemaligen ABBA-Pianisten und –Arrangeur.

Präsentiert wird eine fulminante, atemberaubende Show, ein musikalischer Festabend vom Feinsten: Sounds aus dem hohen Norden, Klassik sowie Volks- und Populärmusik, eine Reise von Grieg bis ABBA – und natürlich die größten Hits in „full symphony“.

Am 9. Mai tritt Wencke Myhre in Bremen in der Glocke auf. Die Show beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen!


Hören statt lesen unter: http://www.magic14u.de/Q1-2008/html/horsaal4.html

(Transkription eines Radiobeitrages. OLi's Abendshow - Sendung Nr. 31 vom 5. März 2008 - http://www.OlisRadioshow.de)

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Quelle: OlisRadioshow.de
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