Warum Katzenhalter ihre Tiere kastrieren lassen sollten
„Einmal im Leben sollte eine Katze Junge werfen“ – dieses Gerücht hält sich noch immer hartnäckig. Medizinisch entbehrt diese Behauptung jeglicher Grundlage. Nach neuesten Forschungsergebnissen ist eine Kastration für die Entwicklung der Katze nämlich absolut unerheblich. Eine große Rolle spielt sie jedoch im Kampf gegen Katzenelend.
Es gibt wohl kaum einen süßeren Anblick als junge Kätzchen. Die sprichwörtliche Fruchtbarkeit der Samtpfoten wird diesen jedoch oft zum Verhängnis. Dreimal jährlich können Katzen werfen, das macht nach jeweils etwa 60 Tagen Tragzeit rund zwölf Katzenbabys in zwölf Monaten. Bereits ab dem 6. Lebensmonat sind die Kleinen geschlechtsreif. Lässt man der Natur ungehindert ihren Lauf könnte ein einziges Katzenpaar in vier Jahren eine Nachkommenschaft von über 20.000 Tieren aufweisen. Erschreckende Zahlen. Noch erschreckender sind jedoch die Schicksale, die mit der hohen Geburtenrate verbunden sind. Die wenigsten Tiere finden ein Zuhause, viele landen in Tierheimen, die meisten jedoch werden bereits als Welpen ertränkt, erschlagen oder einfach ausgesetzt. Jedes Jahr werden in Deutschland über 250.000 streunende Katzen in Wald und Flur abgeschossen, mehr als 300.000 werden Opfer des Straßenverkehrs.
Ein effektiver Weg, dieses Katzenelend zu bekämpfen, ist ein simpler Gang zum Tierarzt. Bei einer Kastration wird die Katze durch eine Operation unfruchtbar gemacht, ein Routineeingriff, der für das Tier in aller Regel vollkommen ungefährlich ist. Die Lebenserwartung der Stubentiger wird durch die Kastration sogar um etwa 5 Jahre erhöht. Der Eingriff sollte jedoch bereits im Alter von rund 6 Monaten vorgenommen werden.
Tierschutzvereine können nur die wenigsten streunenden Katzen aufnehmen, die meisten Katzenhäuser sind gnadenlos überfüllt. Durch Kastration ihrer Tiere können Katzenhalter den Tierschützern helfen, das Katzenelend in Deutschland zu mindern.
Tierheime und Tierschutzorganisationen informieren Katzenhalter bei Fragen rund um die Katzenkastration und stellen Kontakt zu guten Tierärzten her.


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Kommentare
Merlin
03.04.2008 16:01
Es ist gut und richtig, dass auf das Thema hingewiesen wird. Eine generelle Kastration nach 6 Monaten zu empfehlen empfinde ich jedoch als zu pauschal. Immerhin kommt es auf die Lebensumstände von Kater und Halter an. Dennoch: Ein verantwortungsvoller Umgang des Halters ist absolut notwendig.
SadDisco
30.03.2008 23:20
Je mehr Katzen durch unkontrollierte Vermehrung draußen - ebenso unkontrolliert - rumlaufen, desto mehr werden Opfer des Straßenverkehrs und desto mehr werden abgeschossen.
im Zusammenhang mit den hohen Zahlen sind diese Folgen durchaus zu nennen.
Quaxi
30.03.2008 23:17
Macht sicherlich Sinn, aber worin besteht der Zusammenhang zwischen dem "Abschuss von Katzen in Wald und Flur" und einer Kastration? Kein Jäger der ne Katze abschießt, schaut vorher ob diese kastriert ist. Ebenso der Straßenverkehr...das hat NICHTS mit Kastration zu tun. Katzen brauchen in der Regel Freilauf, alles andere ist Tierquälerei.
Lesari
30.03.2008 15:35
Sicherlich macht es Sinn Katzen zu kastrieren. Schon jetzt sitzen viele Tiere zur Vermittlung, und kein Ende scheint in Sicht.
LEsari