Als erfolgreichstes politische Weblog hat sich in Deutschland „Politically Incorrect“ (PI) durchgesetzt. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Was in den Mainstream-Medien verschwiegen wird, landet prompt bei PI. Ständig steigende Besucherzahlen sprechen eine deutliche Sprache.

„Gegenöffentlichkeit“ war ein Schlagwort der 68er-Bewegung, das für „Mehr Demokratie wagen“ stand, für Stärkung der Meinungsfreiheit, für Diskussion von Themen, die in den etablierten Medien unterdrückt wurden. Nun, da die 68er sich kritischen Fragen hinsichtlich der Früchte stellen müssen, die ihr Einfluß auf die Politik der letzen vierzig Jahre zeitigen, nun plötzlich ist Gegenöffentlichkeit eine Zumutung und gehört eigentlich verboten.
Das ist freilich nicht ganz so einfach in Zeiten des Internets, in welchem jeder seine Meinung kund tun und massenhaft verbreiten kann. Wer sich heute über die Themen informieren will, die von den politisch korrekten Mainstream-Medien verschwiegen werden, geht einfach auf das Weblog „Politically Incorrect“ (PI) und wird – sprachlich brillant, witzig und pfiffig – aufs Beste informiert. Seit ich vor einem halben Jahr PI-Fan wurde, hat sich die Zahl der täglichen Besucher von im Schnitt 12.000 auf mittlerweile täglich über 20.000 fast verdoppelt. Und was gleichzeitig zu beobachten war: Immer öfter wurden PI-Meldungen einige Tage später auch in den „seriösen“ Medien thematisiert. Jüngstes Beispiel: der Jens-Jessen-Skandal.
Der ZEIT-Journalist Jens Jessen hatte in seinem Video-Blog einen von zugewanderten „Kulturbereicherern“ – eine PI-Wortschöpfung, die z.Zt. Karriere macht – zusammengeschlagenen Rentner als selber schuld bezeichnet, weil er spießígerweise auf die Einhaltung von Regeln bestanden hatte. PI legte den Finger u.a. auf den Punkt, daß der Alt-68er Volksbelehrer sein Statement demonstrativ neben einem Lenin-Bild an der Wand seines Arbeitszimmers abgegeben hatte. Wenige Tage später wurde Jessen in der FAZ vor den Gerichtshof der Öffentlichkeit gezerrt – was ohne PI wohl nie der Fall gewesen wäre. Als der so Gescholtene sich dann wieder ein paar Tage später im Hessischen Rundfunk über die Möglichkeiten des Internets beschwerte, daß Leuten wie ihm innerhalb kürzester Zeit tausende von Protestmails ins Haus flattern läßt, stand innerhalb kürzester Zeit seine Beschwerde gegen Gegenöffentlichkeit im Internet – bei PI natürlich.
PI ist aber nicht nur ein Nachrichtendienst, sondern auch eine Diskussionsplattform. Zu den einzelnen Beiträgen können angemeldete User ihren Kommentar abegeben, und dabei fällt auf, daß Humor heute offenbar keine Domäne der Linken mehr ist....
Bildquellen:
pi-news.net
stefan-herre.de


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Kommentare
Elizabeth
08.04.2008 21:09
Du schreibst: "...Humor heute offenbar keine Domäne der Linken mehr ist". War das jemals so - ich meine, ausser denen, die aus dem Rheinland kommen ;.))!? Wann denn? Wer denn?
hendrix
21.01.2008 23:23
Ich habe mich heute mit PI in Verbindung gesetzt und unter anderem deine Artikel erwähnt. Vielleicht findet man ja Anklang. Ich denke dazu, dass eine Meinung und Stellungnahme die andere Seite gut herausfordert und darum geht es doch bei Diskussionen und gutem Journalismus. Mal sehen was sich entwickelt ;)
Xirotyris
21.01.2008 22:49
@ hendrix
Du hast völlig recht. Das wäre eine gute Idee, und ich würde die auch unterstützen und im Nullkommanichts auch Mitstreiter finden. Du mußt aber auch bedenken, daß die Sache einen Pferdefuß hat: Solange ich der einzige "rechte" und islamkritische Autor bei YJ bin und ein Gegengewicht nicht in Sicht ist, könnte die Bildung einer "Politisch Inkorrekten"-Redaktion das ganze Projekt YJ in eine Schieflage bringen. Und das möchte ich aus eigener Machtvollkommenheit nicht (weswegen ich mich auch in der Rubrik "Politik" noch ziemlich zurückhalte...).
Strategisch wäre es zunächst wichtiger (wenn man eine ausgewogene Plattform anstrebt9, "linke" Politik-Redakteure zu rekrutieren. Problem dabei ist nach meiner Erfahrung, daß Linke heutzutage wenig Humor und noch weniger Toleranz besitzen, weswegen die Gefahr eines bierernsten Meinungskrieges besteht.
Wie das Problem zu lösen ist, weiß ich nicht. Aber wenn das YJ-Team meint, man sollte das ganze Projekt mit politisch unkorrekten Meldungen pushen - was möglicherweise der beste Pushingweg ist, s. den Erfolg von PI - dann bin ich der erste, der dabei hilft.
Renke Grunwald
21.01.2008 13:21
Ich werde mal den Feed abonieren und mal schauen, was da so geschrieben wird.
Gruß,
Renke
hendrix
21.01.2008 00:37
Gäbe es nicht bei den Lesern von PI interesse selber Texte zu verfassen die sich mit dem Thema und auf die Webseite beziehen? Vielleicht wäre es interessant für Ihre Gemeinschaft eine Redaktion bei uns zu gründen und den Lesern von PI auf die Möglichkeiten im Namen von PI hier auch tatkräftig zu werden hinzuweisen. Vielleicht beweisen Sie ihr angekündigtes Engagement bezüglich YJ und treten mit dem Webblog verfasser und der Leserschaft in Kontakt.
Ich finde die Zusammenhänge und den Tatbestand ziemlich interessant und, so würde man es Neudeutsch sagen, krass!