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Schlagzeilen | 16.11.2007 14:09  Drucker

Bahnstreik


Der GDL-Streik ist weder gerechtfertigt, noch verhältnismäßig. Hier wird erklärt, warum.

Der GDL-Streik ist weder gerechtfertigt, noch verhältnismäßig. Daher stehe ich ausnahmsweise auf der Position des Bahn-Napoleons Hartmut Mehdorn.  1. Warum der Streik nicht gerechtfertigt ist Das Streikrecht, auf das sich die GDL immerzu beruft, wird schamlos mißbraucht, da es hier weder um Arbeitszeiten, noch um eine höhere Entlohnung, noch um Arbeitsbedingungen geht, sondern vordergründig um eine Aufspaltung des Tarifvertrages. Damit wird das Solidargefüge innerhalb der Bahnbeschäftigten mit Füßen getreten. Das Streikrecht kann aber nicht dazu dienen, sich eine Sonderposition zu verschaffen, nur weil man in einer starken Machtposition ist. Das Verhältnis zwischen ausgespielter Macht und den gestellten Forderungen ist nicht anders, als mit offenem Machtmißbrauch zu beschreiben, weshalb die Bahn zu Recht Klage eingereicht hat. Die Lokführer versuchen ihre Machtposition mit ihrer gesonderten Stellung zu begründen, indem sie versuchen, sich als "unersetzbare Spezialisten" darzustellen. Dies ist schlicht falsch. Das oft angeführte Argument der "höheren Verantwortung" ist unzutreffend, da jeder Stellwerkswärter und jeder Zugbegleiter eine weitaus höhere Verantwotrtung im Bahnbetrieb zu tragen hat. Vereinfacht gesprochen, ist ein Lokführer nichts anderes, als ein besserer Straßenbahnfahrer. Dafür wird er bereits gerecht entlohnt. Das Beispiel Frankreich zeigt, daß das exzessive Ausspielen von Machtpositionen zu absurden Verzerrungen führt, die zu Lasten der gesamten Gesellschaft gehen. Dort gehen Lokführer bereits mit 55 Jahren in Rente, finanziert vom Steuerzahler, darunter auch von Fabrikarbeitern, Krankenschwestern etc., die mit Sicherheit einem weitaus höheren körperlichen Verschleiß unterworfen sind, als ein Lokführer in seiner sitzenden Tätigkeit. 2. Warum der Streik nicht verhältnismäßig ist Der Bahnkunde zahlt einen dreifachen Preis für den Streik. Er muß erstens Verspätungen und Zugausfälle in Kauf nehmen, zweitens wird er durch höhere Fahrpreise irgendwann für die Kosten aufkommen müssen, drittens trägt er zusätzlich noch die Lasten der gesamten Volkswirtschaft. Der Bahnkunde ist die unfreiwillige und ungefragte Geisel der GDL. Die Bahnkunden sind nichts als Verhandlungsmasse in einem rücksichtslos geführten Nervenkrieg, an dessem Ende es nur Verlierer geben kann. Für mich hat der Streik dennoch etwas Positives: Er zeigt endlich - und unmißverständlich, daß die Privatisierung der Bahn aufs Abstellgleis führt. Die Bahn stellt eine durch das Grundgesetz gesicherte Versorgung her - ein GDL-Streik ist somit als das zu bewerten, was er demnach ist: verfassungsfeindlich.

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