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Politik | 26.10.2007 16:32  Drucker

Zwangsverrentung für ältere Langzeitarbeitslose ab 2008


Ab Januar 2008 werden Langzeitarbeitslose mit 60 Jahren zwangsverrentet. Die Rentenauszahlung findet dann mit einem Abschlag von 18% statt.

Ab Januar 2008 heißt es sich warm anziehen für ältere Langzeitarbeitslose. Diesen droht nämlich eine Zwangsverrentung.

Der Grund hierfür liegt in einem Nachrangigkeitsprinzip: Hartz IV darf nur gewährt werden, wenn keine andere Sozialleistung zur Verfügung steht. Eine solche andere Sozialleistung ist aber die Rente.

Während bisher ein Langzeitarbeitsloser Hartz IV empfangen konnte, bis er ohne Abschlag in Rente gehen konnte, also mit 65, wird er nun in die Zwangsverrentung mit deutlichen Abschlägen getrieben. Diese Abschläge werden für die gesamte Laufzeit der Rentenbezüge vorgenommen.

Die Rentenhöhe bemisst sich nach dem bisherigen Einkommen und den Beitragsjahren. Dabei sind im Idealfalle - welcher kaum je erreicht wird - etwa 67% des durchschnittlichen Monatseinkommens zu erreichen. Wird hierbei ein Abschlag von 18% vorgenommen, so bemisst sich die Rente gerade noch auf knapp 55% des durchschnittlichen Monatseinkommens.

Fällt ein so Zwangsverrenteter unter das Existenzminimum und muss zusätzliche Leistungen beantragen, so muss er vorher sein gesamtes Vermögen bis auf einen Schonbetrag von 1.600 EUR aufgebraucht haben, was deutlich restriktiver ist als bei Hartz-IV-Empfängern.

Befürworter der Zwangsverrentung argumentieren nun, dass die Rente in einigen Fällen höher ausfallen kann als das Arbeitslosengeld II. Jedoch ist die durchschnittliche Lebenserwartung mittlerweise auf 82 Jahre angestiegen. Während für die betroffenen Fälle also das Arbeitslosengeld II noch etwa 5 Jahre gezahlt worden wäre, erhalten diese nun eine gekürzte Rente für die nächsten 12 Jahre.

Ein kleiner Vorteil sei jedoch erwähnt: die Hinzuverdienstgrenzen von Rentenempfängern sind deutlich höher als bei Hartz-IV-Empfängern. Jedoch steht ein Rentner dem Arbeitsmarkt nicht mehr für eine Vollzeitbeschäftigung zur Verfügung. Hier soll offenbar kosmetisch die Arbeitslosenstatistik bereinigt werden.

Da wünscht man sich doch frohes Altern.

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