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Kultur | 21.10.2007 23:54  Drucker

Gibraltar im Visier - Historie und Neuzeit vereinen sagenumwogende Ereignisse an einem Ort


Historie - Die Seeschlacht von Gibraltar wurde am 25. April im Jahre 1607 während des Achtzigjährigen Krieges zwischen der spanischen und holländischen Flotte ausgefechtet. In der Bucht von Gibraltar wurde die dort ankernde spanische Flotte von den Niederländern überrascht und innerhalb von vier Stunden in der Schlacht vollkommen vernichtet.

Die Streitkräfte der Holländer bestanden aus 26 kleineren Kriegsschiffen und vier Frachtschiffen. Geführt von Kommandeur Jacob van Heemskerk wurden die 21 Schiffe, darunter zehn der größten Galeonen, der spanischen Flotte die unter dem Kommando von Juan Álvarez de Ávila standen niedergeschlagen.

Die Passivhaltung von Van Heemskerk, der am Eingang der Bucht einige seiner Schiffe zurück ließ, wurde zum Verhängnis der Spanier. Eine Flucht vor dem Tod war so gut wie unmöglich. Die holländische Streitkraft griff ein spanisches Schiff jeweils zu zweit an, um die Möglichkeit der Spanier noch weiter einzugrenzen. Im Visier war das Flaggschiff der Spanier.  Der niederländische Kommandeur wurde während des ersten Angriffs getötet, als eine Kanonenkugel sein Bein abtrennte.

Das Feuer über dem Wasserspiegel nahm seinen lauf. Die brennenden Galeonen gingen unter und eines explodierte als eine niederländische Kugel den Pulvervorrat traf. Die Holländer enterten und eroberten auch das spanische Flaggschiff, überließen das ausgeschaltete Schiff dann aber sich selbst.

Grausam, so könnte man die Schlacht bezeichnen. Denn die Niederländer entsandten nach der Zerstörung der spanischen Schiffe Boote und ließen die schwimmenden spanischen Seeleute zu Hunderten umbringen. Die Holländer verloren 100 Männer, einschließlich Admiral Van Heemskerk. 60 Holländer wurden verletzt. Auf der Seite der Spanier wurde die gesamte Flotte verloren. Dies waren 21 Schiffe und 4000 Männer, einschließlich Álvarez.

Neuzeit – Die Seeschlacht um Milliarden. Eine amerikanische Bergefirma „Odyssey Marine Exploration“ ist im Auftrag der Briten auf der Suche nach deren Kriegschiff. Dieses soll einen beachtlichen Goldschatz an einem geheimen Ort, irgendwo in der Nähe von Gibraltar, gefunden haben. Dieser soll aus einem gesunkenen Schiff mit dem Wracknamen „Schwarzer Schwan“ sein. Die „Sussex“ erlitt im Jahre 1694 in einem Sturm Schiffbruch, sank und mit ihm 500 Mann Besatzung und 80 Kanonen. Mit dem Schiff gingen riesige Mengen an Gold in die Tiefe. Durch die Bergung wurde ein diplomatischer Streit entfacht. Spanien erhebt Ansprüche auf den Schatz, der direkt vor der Küste Gibraltars im Meer begraben ist. Großbritannien betrachtet die wertvolle gesunkene Fracht als sein Eigentum.

Spanische Boote behindern Bergeteam bei der Arbeit. Die spanische Justiz geht verschärft gegen die Briten vor. Die Tiefseeforscher sollen mehr als siebzehn Tonnen Münzen aus Silber in spanischen Gewässern geborgen haben.

"Wir sind entrüstet über das unprofessionelle und gefährliche Verhalten der örtlichen Boote", sagte Greg Stemm, Mitbegründer von  Odyssey der "New York Times". Man wolle sich rechtlich absichern, damit sich derartiges in Zukunft nicht wiederhole, und erwarte die Unterstützung des amerikanischen Außenministeriums und der britischen Behörden.

Der Streit um den Goldschatz der "Sussex" bietet der spanischen Presse schon lange reichlich Stoff für Titelgeschichten. Die Zeitung "El Mundo" schrieb schon vor einiger Zeit, der Kampf um die "Sussex" werde "so hart wie die Schlacht von Trafalgar"

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