
Als einen „Sockelbetrag“ bezeichnet Martin Forster die Spende des Städtischen Krankenhauses Pirmasens über 1.000 Euro für Projekte der studentischen Initiative „Buspad“. In dem, als gemeinnützig anerkannten Verein, organisieren junge Akademiker aus Deutschland und Afrika Hilfsaktionen für Burkina Faso. Der westafrikanische Staat gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Obwohl das Städtische Krankenhaus „wirtschaftlich turbulenten Zeiten entgegen sieht“ hofft Forster, mit der Spende ein Signal für weitere Interessenten zu geben, das Engagement von „Buspad“ auch künftig zu unterstützen. Auf Initiative der Pirmasenser Studentinnen Ulrike und Anita Schulze waren bislang rund 2.300 Euro aus der Region in Hilfsprojekte der Buspad e.V. geflossen. Neben einer Aufklärungskampagne über die Gefahren des HI-Virus waren mit dem Geld vor allem medizinische Kleingeräte und Verbrauchsmaterial für das Zentralkrankenhaus des östlichen Bundesstaates im Kernland von Burkina Faso, in Tenkodongo, angeschafft worden. Fünf Fachärzte, drei Assistenten und 22 so genannte Fachpfleger sind dort für die Versorgung von rund 1,3 Mio. Einwohnern zuständig.
Projektkoordinator Benebamba Yanna: „Die gynäkologische Abteilung wurde über zwei Jahre von einem speziell ausgebildeten Krankenpfleger geleitet.“ Auch der Chirurg stehe – bei rund eintausend Operationen im Jahr - beinahe rund um die Uhr im OP. Eine Spezialisierung, wie an deutschen Krankenhäusern üblich, ist in Burkina Faso nicht möglich. Wenn es gilt, Menschenleben mit dem Skalpell zu retten, ist der Chirurg gefragt – ob Kaiserschnitt, Unfallopfer oder Amputation und natürlich vorausgesetzt, der Patient ist in der Lage, die medizinische Versorgung zu bezahlen. Ulrike Schulze erklärt: „Der Klinikaufenthalt in Burkina Faso beginnt mit einem Rezept, das bei einer Apotheke einzulösen ist und buchstäblich alle, für die Behandlung notwendigen Medikamente und Hilfsmittel umfasst.“ Das Spektrum reicht vom Nahtmaterial, über Verbände und Handschuhe für den Chirurgen, bis zur Braunüle, um eine Versorgung mit Medikamenten über den Tropf sicher zu stellen. Wer es sich nicht leisten kann, das geforderte Material zu kaufen, habe das Nachsehen oder sei auf Improvisation angewiesen. So sei es nicht unüblich, dass der künstliche Darmausgang in einer Einkaufstüte münde und Kochsalzlösungen, statt aus sterilen Glasbehältern, aus leeren Getränkeflaschen verabreicht werden.
„Die Leistung der Ärzte vor Ort ist zu bewundern“, ergänzt Anita Schulze. Im Durchschnitt verlassen die Patienten das Krankenhaus in Tenkodongo nach vier Tagen. Dabei ist, so Benebamba Yanna, das Gesundheitssystem von Burkina Faso vergleichsweise gut organisiert. Ein engmaschiges Netz von ausgebildeten Pflegekräften stehe für die Versorgung von Alltagskrankheiten und kleineren Verletzungen zur Verfügung. Schwierige Fälle werden an Medizinische Zentren überwiesen. Die nächste Stufe bilden die zentralen Krankenhäuser der einzelnen Bundesstaaten. „Oberste Instanz“ der medizinischen Versorgung bilden die drei Universitätskliniken des Landes. In der Praxis aber dürfte es die meisten Einwohner des Binnenstaates vor eine Herausforderung stellen, diese zu erreichen: Mofas und Fahrräder sind als Verkehrsmittel verbreitet. Zudem ist es Sache der Angehörigen, den Transport und die pflegerische Versorgung eines Patienten während des Klinikaufenthaltes sicherzustellen. Benebamba Yanna: „Wer seine kranken Kinder im Hospital versorgt, fällt als Arbeitskraft in der Familie aus. Wer aber nicht arbeitet, hat kein Geld für Medikamente und Operationen.“
Dass selbst kleine Gesten der Solidarität aus Europa mit großer Dankbarkeit angenommen werden, bestätigt Aboubacar Diarra. Verantwortlich für die Verwaltung der Spendengelder des Buspad e.V. bedankt sich der angehende Mediziner „bei den Menschen von Pirmasens“, Sachspenden und jeder Euro helfen den Ärzten von Tenkodogo, Leben zu retten und die medizinische Versorgung des Landes aufrecht zu halten. Wer helfen möchte, findet weitere Informationen auf den Internetseiten des Buspad e.V. (www.buspad.de). Das Spendenkonto bei der Postbank Dortmund (Blz: 44010046) hat die Nummer 732077461 der Verwendungszweck lautet: „Sante pour tous.“


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