Menschen, denen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, sollten sich frühzeitig über eine private Vorsorge auf dem Gebiet Gedanken machen. Eine gute Möglichkeit ist hier der Pflege-Riester, der zwar noch nicht auf dem Markt ist, aber in der Ausgestaltung allmählich Formen annimmt. Die Koalitionsregierung hat sich auf eine Förderung in Form von Steuerabzug oder staatlichen Zuschüssen geeinigt.

Zum Pflegefall werden möchte niemand gern, aber darauf vorbereitet sein sollte jeder. Um sich aber im Alter eine Pflege leisten zu können, ist es schon jetzt wichtig, sich in dieser Hinsicht privat abzusichern. Die gesetzliche Pflegeversicherung, in die alle Arbeitnehmer einzahlen müssen, wird aufgrund der stark alternden Bevölkerung in Zukunft nicht mehr ausreichen, um anfallende Kosten im Falle der Pflegebedürftigkeit abzudecken. Die Regierungskoalition hat sich deshalb darauf geeinigt, Anreize für eine private Pflegezusatzversicherung zu schaffen. Sie will den Pflege-Riester ab 2013 etablieren, der ähnlich wie die Riester-Rente staatlich gefördert werden soll. Vorgesehen sind:
- Steuerabzugsfähigkeit dieser privaten Vorsorgeform
- staatliche Zuschüsse für Geringverdiener
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat zunächst 200 Millionen Euro Förderungsvolumen für den Pflege-Riester ab 2013 angesetzt. Das bedeutet, dass die finanziellen Anreize sich für die Interessenten noch in Grenzen halten. Sollte der Bedarf nach dieser privaten Pflegevorsorge jedoch enorm hoch sein, könnte die staatliche Förderung später auf etwa 600 Millionen Euro nach oben korrigiert werden.
Zwischen fünf und 100 Euro monatlicher Beitrag
Welche Ausgaben genau auf den willigen Versicherten zukommen, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Private Versicherer haben aber schon mal erste Hochrechnungen gewagt. Demnach halten sie monatliche Beiträge zwischen fünf und 100 Euro für wahrscheinlich, wobei die Beiträge abhängig von Eintrittsalter und Höhe des gewünschten Pfegetagegeldes sind. Interessenten sollten sich vor Abschluss einer solchen Versicherung auch im Klaren darüber sein, ob sie ihr Pflegetagegeld ab einer bestimmten Pfegestufe, z.B. Pflegestufe 1 oder erst ab Stufe 3 ausgezahlt haben wollen.
Tipp: Schließen Sie den Pflege-Riester so früh wie möglich ab, sobald er auf dem Markt ist. Denn je jünger Sie sind, desto niedriger fällt der monatliche Beitrag aus.
Pflege-Riester als guter Kompromiss
Noch ist die ganz genaue Ausgestaltung des Pflege-Riesters – aufgrund von Gesundheitsminister Daniel Bahr auch Pflege-Bahr genannt – nicht zu Ende gedacht. Nur eines ist klar: Im Januar 2013 soll die Pflegereform in Kraft treten. Alle Vorhaben der Christdemokraten und der FDP konnten allerdings nicht umgesetzt werden. So wird beispielsweise die ursprünglich angedachte verpflichtende private Pflegevorsorge dem Pflege-Riester mit staatlicher Förderung weichen. CSU-Sozialexperte Johannes Singhammer sieht im Pflege-Riester aber eine gute Kompromisslösung. Ziel ist nur, an die Erfolge aus der Rieste-Rente anzuknüpfen.


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