Finsteren Zeiten gehen Moralisten entgegen, die Schwule öffentlich als „Perverse“ gebrandmarkt, und Homosexualität mit dem Hinweis auf „persönliche Vorlieben“ oder „sexuelle Verirrungen“ abgetan haben. Wissenschaftler der Universität Padua (Italien) haben herausgefunden, dass die Neigung zur gleichgeschlechtlichen Liebe unter Männern offenbar über die weibliche Linie der jeweiligen Familien entwickelt wird.
In einer Studie hatten die Forscher festgestellt, dass Mütter-, Groß- und Urgroßmütter homosexueller Männer deutlich mehr Kinder zur Welt gebracht haben, als dies in der Ahnenreihe heterosexueller Männer der Fall ist. Nun gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diejenigen Erbanlagen, die für eine höhere Fruchtbarkeit der Mädchen in den jeweiligen Familien sorgen, in Zusammenhang mit den Auslösern für die homosexuellen Neigungen männlicher Nachkommen stehen.
Fachleute glauben, dass eine Bestätigung dieser These einen Quantensprung auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie darstellt. Generationen von Wissenschaftlern waren bislang an dem Rätsel des so genannten Darwinschen Paradoxons gescheitert. Nach den Theorien des Charles Darwin können sich in der Entwicklungsgeschichte nur solche Erbmerkmale durchsetzen, die ihrem Träger dabei helfen, sein Genmaterial möglichst erfolgreich weiterzugeben. Diesem Anspruch werden schwule Paare in den wenigsten Fällen gerecht. Ein Umstand, mit dem es der Natur offenbar gelungen ist, die unverhältnismäßig hohe Fruchtbarkeit der weiblichen Verwandtschaft auszugleichen.


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