Mittlerweile gibt es über 15 Millionen Riester-Verträge. Bis zum 30. September dieses Jahres wurden bereits 14,997 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen, wie der Deutsche Bundestag am 14.12.2011 mitteilte. (http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_12/2011_517/03.html) Gut zehn Jahre nach Einführung der Riester-Rente nutzen zwar noch längst nicht alle Förderberechtigten auch diese Sparform. Dennoch wurde dieser Meilenstein gefeiert.
Riester Rente heute
Jedoch erhalten längst nicht alle Riester-Sparer die volle Zulage. Laut Informationen des Bundesministeriums für Finanzen, die nach einer kleinen Anfrage durch die Partei Die Linke, veröffentlicht wurden, erhielten im Jahr 2010 nur 5,4 Millionen Sparer die Zulage. Bei 9,2 Millionen Personen, die in diesem Jahr subventioniert wurden, macht das nur einen Anteil von 58,1 Prozent aus. (http://www.derwesten.de/wirtschaft/verbraucher/riester-sparer-lassen-sich-staatliche-foerderung-entgehen-id6147177.html)
Vielen Menschen entgeht also die staatliche Förderung, obwohl sie einen Riester-Vertrag haben. Teilweise werden dabei die Riester-Beiträge sogar in der Steuererklärung angegeben, sodass das Finanzamt davon ausgeht, dass die Zulagen gezahlt wurde – auch wenn der Sparer keinen Antrag darauf gestellt hat.
Warum lassen sich aber so viele Menschen die Zulagen entgehen? Dies hat verschiedene Gründe. Einige Menschen sind von der damit verbundenen Bürokratie schlicht überfordert. Kritiker haben in der Vergangenheit immer wieder bemängelt, dass die Riester-Rente zu komplex sei. Doch hier sollte eine gute Beratung durch das entsprechende Finanzinstitut eigentlich Abhilfe schaffen. Andere wiederum haben sich in der Zwischenzeit für eine andere Altersvorsorge, so etwa der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden. Sie lassen die Riester-Verträge jedoch weiterlaufen, denn dies ist meist günstiger als die Verträge aufzulösen. Zudem müssen Riester-Sparer, die die Zulage nutzen, ihre späteren Rentenzahlungen voll versteuern. Daher entscheiden sich einige Sparer ohne die staatliche Förderung privat zu riestern.
Änderungen bei der Riester Rente 2012
Im Jahr 2012 wird es zwei wesentliche Veränderungen für Riester-Neuverträge geben. Zum einen wird das frühestmögliche Renteneinstiegsalter von 60 auf 62 Jahre angehoben. Dies bedeutet einerseits, dass man erst zwei Jahre später in den Genuss der Rentenzahlungen aus der Riesterrente kommen kann. Allerdings spart man dadurch auch zwei Jahre länger an, wodurch sich die Rentenhöhe erhöht. Diese Anpassung erfolgt mit der Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre. Da die Menschen immer älter werden, andererseits die Geburtenraten gering sind, soll das höhere Rentenalter helfen, das System der gesetzlichen Rente zu stärken. Nicht betroffen von der Änderung sind allerdings Riester-Verträge, die bereits bestehen oder noch bis zum 31. Dezember 2011 abgeschlossen werden.
Die zweite große Veränderung betrifft den Garantiezins. Der ursprüngliche Garantiezins von 3,25 Prozent wird im Jahr 2012 weiter absinken und statt 2,25 Prozent im Jahr 2011 nur noch bei 1,75 Prozent betragen. Obwohl der Garantiezins nur einen Teil der Rendite ausmacht, hat diese Absenkung dennoch Auswirkungen auf die Riester-Sparer. Denn dieser Teil der Rendite ist ihm sicher.
Lohnt sich die Riester-Rente?
Dabei fragen sich häufig gerade junge Berufstätige, ob sich ein Riester-Vertrag für sie überhaupt lohnt. Junge Familien können aufgrund der Kinderzulage auf jeden Fall profitieren, denn keine andere Altersvorsorge „belohnt“ Kinder wie die Riester-Rente. Zudem ist Deutschland nicht das einzige Land, das auf private Altersvorsorge setzt. Auch in anderen Ländern gibt es eine staatliche geförderte private Altersvorsorge. Die österreichische Prämienpension (http://www.heute.at/news/fokusheute/geldundwirtschaft/In-Zukunft-sicher;art14610,627290) besteht etwa seit 2003, folgte also kurz nach Einführung der Riester-Rente in Deutschland.
Wie bei jedem anderen Vorsorgeprodukt empfiehlt es sich jedoch auch bei der Riester-Rente, eine Beratung durch einen kompetenten Experten in Anspruch zu nehmen. Mehr Informationen dazu unter http://www.finanzen.de/riester-rente-vergleich.html. Dieser kann Ihnen auch dabei behilflich sein zu entscheiden, ob Sie die Zulagen jährlich neu beantragen sollten oder ein Dauerantrag für Sie die bessere Lösung ist. Auch die Wahl des richtigen Anbieters und die Entscheidung zwischen klassischem Riester-Vertag, Riester-Fondssparplan oder Riester-Banksparplan erfordert einiger Überlegung. (16.12.2012)
finanzen.de AG
Schlesische Straße 29-30
10997 Berlin
Tel.: 030 319 86 19 71


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