Ein Gericht hat in Amerika den Fernsehsender NBC Recht gegeben, dass er keine Strafe für eine verbale Entgleisung eines Prominenten zahlen muss. Die Merkwürdige Begründung: Bei Politikern wird über einen bisschen Flucherei hinweggesehen, was eine Benachteiligung anderer Persönlichkeiten darstellt.
"Fuck you very much, the FCC". So wie Eric Idle oder so ähnlich denken viele amerikanischen Künstler. Der Britische Comedian von Monty Phyton schrieb diesen Song, nachdem der für ein "Fuck" von der Rundfunksaufsicht FCC mit der üblichen Strafe von 5000$ gelegt wurde. Dieses Vorgehen ist normal in Amerika, weshalb die TV- und Radiosender sich alle Mühe geben, einen verbalen Ausrutscher zu vermeiden. So werden nach der "Nipple-gate"-Affäre, wo während der Halbzeit-Show des Superbowls eine halbe Brust von Janet Jackson zu sehen war, Live Events im TV nur noch mit einer Verzögerung ausgestrahlt, da die TV-Stationen ihr Vertrauen in die Künstler verloren haben und so kostspielige Strafen vermieden werden sollen.
Dies könnte mit dem nun ergangen Urteil ein Ende finden, da ein US-Berufungsgericht nun den Sender NBC von der Schuld freigesprochen hat. In dem Fall ging es um den Ausspruchs "fucking brilliant" des irischen Sängers Bono von U2 während der Golden Globes 2003. Interessant ist dabei die etwas merkwürdige Begründung des Gericht: Die Tatsache, dass bei ranghohen Politikern, wie bei George Bush oder Dick Cheney geschehen, ein Auge zugedrückt wird, hat das Gericht dazu bewegt, gleiches Recht auch bei anderen Sternchen anzuwenden.
Die FCC erwägt nun, gegen dieses Urteil vorzugehen, um ihr fragwürdiges Vorgehen gegen die Medien vorzusetzen. Denn wer den englischsprachigen Raum kennt, dem wird der alltägliche Gebrauch von Schimpfwörtern schon aufgefallen sein. Die Praxis der Aufsichtsbehörde hat in Amerika lediglich dazu geführt, dass im Free-TV solche Ausdrücke elegant umschifft werden, während im Pay-TV munter weiter geflucht wird. Das aktuelle Urteil wird aber wahrscheinlich keine große Änderung bringen, eher werden kleinere Stilblüten von Politikern mit einer Strafe belegt oder einfach mit einem Piep-Ton überlegt.
Link: Erik Idles FCC-Song


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