Die in vielen Tarifen der PKV notwendig gewordenen Beitragsanpassungen 2012 sind in den letzten Tagen stark in die Kritik geraten. Jetzt überprüfte das Analysehaus Morgen & Morgen die durchschnittlichen Beitragserhöhungen und kam zu dem Ergebnis, dass diese im Durchschnitt sogar niedriger ausfallen als im Jahr 2011. Lediglich bei einigen wenigen privaten Krankenversicherern seien enorme Beitragserhöhungen der PKV Tarife notwendig, die jedoch die gesamte Branche in Mitleidenschaft ziehen.
Das Analysehaus Morgen & Morgen beschäftigt sich bereits seit Jahren mit der Beitragsstabilität der privaten Krankenversicherung. In diesem Jahr überprüfte das Institut im PKV Test die durchschnittliche Beitragserhöhung in der privaten Krankenvollversicherung für 2012. Trotz herber Kritik von Verbrauchern und Verbraucherschützern, die die teils massiven Erhöhungen sogar als „Abzocke“ titulierten, kamen die Experten von Morgen & Morgen zu einem gegenteiligen Ergebnis. So liegt die durchschnittliche Beitragserhöhung für das Jahr 2012 bei nur 4,4% und liegt damit sogar unter dem Vorjahresniveau, in dem die privaten Krankenversicherer ihre Tarife um durchschnittlich 7% nach oben anpassen mussten. Die Tarife für Männer werden laut Morgen & Morgen im Jahr 2012 um durchschnittlich 5,1% angehoben, die Tarife für Frauen steigen moderater um durchschnittlich nur 3,6%.
Beitragserhöhungen sind bei zahlreichen Krankenversicherern zu beobachten. So muss die ARAG Krankenversicherung ihre Tarife um durchschnittlich 8% erhöhen, auch viele andere Versicherer werden aufgrund gestiegener Ausgaben oder Beitragsverlusten ihre Tarife anheben. Bei der Nürnberger Krankenversicherung beispielsweise reichen die Tariferhöhungen von 1,3-13,2, bei der UniVersa Krankenversicherung muss in einigen Tarifen eine Beitragserhöhung von bis zu 10,6% vorgenommen werden. Die AXA hingegen wird eine Tariferhöhung nur um durchschnittlich 2% vornehmen müssen. Bei wenigen Versicherern mussten in einigen Tarifen allerdings sogar Erhöhungen von bis zu 32% vorgenommen werden, was für betroffene Versicherte Mehrkosten von bis zu 2.000 Euro bedeuten kann.
Wie die Auflistung zeigt, gibt es große Unterschiede bei den Beitragsanpassungen der Versicherer. Immerhin konnten sich rund 45% der Versicherten darüber freuen, dass in ihren Tarifen keinerlei Beitragsanpassungen vorgenommen werden mussten. Dies zeigt, dass es für Versicherte immer wichtiger wird, nicht nur die Leistungen und die aktuellen Beiträge der PKV zu vergleichen, sondern in den PKV Test-Vergleich auch die Beitragsstabilität der Versicherer mit einzubeziehen. Im Morgen & Morgen Analyserating wird auch diese Tatsache berücksichtigt und entsprechend veröffentlicht.
Das aktuelle Analyserating mit einer 35jährigen Modellperson im Angestelltenverhältnis zeigt, das im Zehn-Jahres-Vergleich vor allem die HanseMerkur Krankenversicherung, aber auch die DKV sowie die DEVK mit stabilen Beiträgen überzeugen konnten. Bei der HanseMerkur wurden die Tarife in den vergangenen zehn Jahren für Frauen um nur 2,21% angehoben, bei Männern lag die durchschnittliche Anpassung bei 2,98%. Dies bedeutet die Bestnote von fünf Sternen im Morgen & Morgen Analyserating. Zudem bietet der Private Krankenversicherung Test der Stiftung Warentest gute Anhaltspunkte bei der Wahl der PKV.


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