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Gesundheit | 29.11.2011 12:04  Drucker

Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung: Checkliste zum Wechsel


Auch zu 2012 steigen viele Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) deutlich an. Betroffen sind vor allem Kunden der Central, aber auch der ARAG, HanseMerkur und Gothaer. Die Versicherten erhalten ein Sonderkündigungsrecht. Wichtig ist beim Wechsel nach Ansicht von Verbraucherschützern, die Private KV vorher zu vergleichen.

Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung: Checkliste zum Wechsel

Auch zum kommenden Jahr müssen sich die Versicherten der privaten Krankenversicherungen erneut auf steigende Beiträge gefasst machen. PKV-branchenweit müssen die Kunden im durchschnitt fünf bis sieben Prozent mehr zahlen, heißt es in einem Bericht des Handelsblattes,  wobei vor allem die ARAG, die Gothaer und die HanseMerkur die Beiträge spürbar anziehen werden. Am stärksten betroffen sind jedoch die Kunden der Central: Nach Medienberichten werden die Beiträge hier in vielen Bereichen um 20 bis 40 Prozent zulegen.

Grund für die starken Beitragssteigerungen in den letzten Jahren ist vor allem der steigende Kostendruck, der auch nicht vor der privaten Krankenversicherung halt macht. Durch den demografischen Wandel gab es eine Zunahme bei den Gesundheitskosten. Auch die Ausgaben für die Entwicklung neuer Medikamente, für medizinisches Personal sowie Innovative Behandlungsmethoden steigen immer weiter. Da es in der PKV, anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht zu einer Kürzung der vertraglich zugesicherten Leistungen kommen darf, müssen die Beiträge steigen um die hohen Kosten aufzufangen. In einigen Fällen sollen die Beitragserhöhungen jedoch auch zum Teil gewollte Preispolitik sein. PKV-Experten gehen davon aus, dass die Central durch günstige Beiträge zunächst Neukunden werben wollte, nun aber durch Fehlkalkulationen ihre Beiträge drastisch erhöhen muss.

In allen Fällen von Beitragssteigerungen besteht für die Versicherten jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Dies besteht in den meisten Fälle für eine Frist von 30 Tagen ab dem Erhalt der Information über die Beitragserhöhung. Dennoch sollte ein Wechsel nicht voreilig erfolgen. Diese Checkliste könnte Ihnen bei einem möglichen Wechel der PKV helfen:

1. Tarife beim aktuellen Anbieter prüfen
PKV-Unternehmen bieten in der Regel mehrere Tarife an. Bevor der Anbieter gewechselt wird, sollte daher geprüft werden, ob Tarife mit verringerten Leistungen zu den ursprünglichen Beiträgen passen könnten.

2. Fristen zur Sonderkündigung beachten
Das Recht zur Sonderkündigung bei einer Beitragserhöhung beträgt in der Regel 30 Tage und gilt ab dem Erhalt der Information über die Erhöhung.

3. Vergleich von Tarifen
Auf dem Markt der PKV herrscht eine Fülle von Tarifen. Ein individueller Vergleich der Angebote ist daher zwingend notwendig. Dieser kann meist kostenlos online angefordert oder aus Testberichten, wie der Stiftung Warentest, recherchiert werden. Vor allem die individuelle Leistungsanpassung ist dabei ratsam.

4. Wechsel
Ist der optimale Tarif mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis gefunden, kann mit der Kündigung des alten Anbieters und dem Vertragsabschluss beim neuen Anbieter der Wechsel erfolgen.

Zu beachten ist, dass nicht alle Versicherer im gleichen Maße von Beitragserhöhungen betroffen sind. In einigen Fällen steigen die Beiträge nur leicht, bzw. gar nicht. Beim Branchenführer Debeka sind beispielsweise Beitragsanpassungen lediglich für Beamte von 3,6 Prozent geplant. Ein genauer Vergleich der Anbieter kann sich somit auszahlen.

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