Unter dem Begriff „Krebs“ fasst der Volksmund all jene Krankheiten zusammen, bei denen Körperzellen damit beginnen, unkontrolliert zu wachsen. „Bedrohlich werden diese Zellwucherungen in der Regel dann, wenn der ‚Krebs’ nicht früh genug entdeckt wird“, erklärt Dr. Abdolhamid Huschmand Nia. Seit dem ersten Oktober verstärkt der Facharzt für Frauenheilkunde und mehrfach ausgezeichnete Krebsforscher das Team der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Städtischen Krankenhaus Pirmasens. Nach Auskunft von Krankenhaus-Geschäftsführer Dipl. oec. Martin Forster setzt die Verpflichtung des 50-jährigen Mediziners ein deutliches Zeichen für die Kompetenz der Pirmasenser Klinik im Verbund des Kooperativen Brustzentrums Westpfalz und Nahe.
Mit über 1.000 operativen Eingriffen im Bereich der gynäkologischen Onkologie – also der Diagnose, Behandlung und Nachsorge von bösartigen Zellwucherungen in der weiblichen Brust und im Unterleib – gehört Dr. Huschmand Nia zu den anerkannten Kapazitäten in seinem medizinischen Fach. Gemeinsam mit den Chefärzten der Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Radiologie und Psychiatrie möchte der Fachmann das Pirmasenser Krankenhaus zu einer Schwerpunktklinik in der überregionalen Vorsorge und Therapie von Krebskrankheiten ausbauen. Eine besondere Rolle bei dieser Aufgabe kommt dabei auch der Radiologiepraxis der niedergelassenen Fachärzte Drs. med. Scherer, Junk, Rech und Prof. Dr. Kubale in Pirmasens zu, mit der das Städtische Krankenhaus seit 1991 eng kooperiert. Zum 01. Januar 2008 wird die Radiologiepraxis ihre Praxisräume aus der Pirmasenser Innenstadt an das Städtische Krankenhaus verlegen. Den Ausbau ihrer strategischen Allianz wertet Krankenhaus-Geschäftsführer Forster als einen weiteren Hinweis auf die künftige Ausrichtung seines Hauses im Kampf gegen die „Volkskrankheit Krebs“.
Dass die hoch moderne Diagnosetechnik der Radiologiepraxis und der hauseigenen Abteilung für Radiologie am Städtischen Krankenhaus an einem Ort zusammengefasst wird, bezeichnet Dr. Huschmand Nia als einen Glücksfall für die Region: „Das wichtigste Instrument einer wirkungsvollen Krebstherapie ist die frühzeitige Diagnose“, sagt der Facharzt. Dies gelte vor allem im Blick auf den Brustkrebs. Nach Auskunft des Spezialisten sei es möglich, krankhafte Veränderungen des Brustgewebes festzustellen, lange bevor ein Knoten in der Brust tastbar wird. Insgesamt stünden zur Zeit sechs Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Welche Kombination dieser Therapien in welcher Reihenfolge eingesetzt werden kann, hänge von den feingeweblichen Eigenschaften des Tumors ab.
„Die genauen Eigenschaften werden heute meist im Vorfeld durch eine Gewebeprobe festgestellt“, erklärt Dr. Huschmand Nia. Werde aber z.B. eine Chemotherapie vor der Operation durchgeführt, sei es wichtig, die Grenzen des Tumors vorab zu kennzeichnen. Hierfür hat Dr. Huschmand Nia ein Markierungssystem entwickelt, wofür er 2004 mit dem Kooperationspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet worden war. „Brustkrebs ist heilbar“, sagt Dr. Huschmand Nia, der gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern der Universitäts-Frauenklinik Göttingen zudem ein patentiertes Gentherapie-Verfahren für Brust- und Eierstockkrebs entwickelt hat.
Für zusätzlichen Auftrieb bei dem Ausbau der Krebsbekämpfung im Raum Pirmasens dürfte auch ein bundesweites Programm zur Brustkrebsvorsorge bei Frauen mittleren Alters sorgen. „Mammographie-Screening“ heißt das Stichwort. Gemeint ist eine Reihen-Vorsorgeuntersuchung, an der ab dem kommenden Jahr alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren auch in der Westpfalz teilnehmen können. „Damit retten wir Leben“, so der Leiter der Zentralen Stelle Berlin-Brandenburg, Reiner Ziehbeil. Als eines der ersten Bundesländer hatte Berlin das von der Bundesregierung beschlossene Programm zur Früherkennung von Brustkrebs flächendeckend eingeführt. „Mit 55.000 Neuerkrankungen im Jahr ist das Mamma-Karzinom die häufigste Krebserkrankung der Frau“, rechnet der Fachmann. Statistiken gehen davon aus, dass alleine in Deutschland jedes Jahr rund 18.000 Frauen an Brustkrebs sterben, einfach, weil die Krankheit zu spät entdeckt wird. Nach Auskunft von Dr. Kurt Scherer wird in Pirmasens eine Mammographieeinheit, in der Radiologiepraxis im Krankenhaus, eingerichtet. Vier weitere Einheiten wird es in der Pfalz - an Standorten in Kaiserslauten, Neustadt Ludwigshafen und Speyer - geben. Diese Einrichtungen werden – so Dr. Huschmand Nia - einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das kostenlose Vorsorgeprogramm „in die Fläche zu tragen.“ Wer mehr wissen möchte, bekommt weitere Informationen unter der Webadresse: www.Kooperationsgemeinschaft-Mammographie.de und auf den Internetseiten des Städtischen Krankenhauses in Pirmasens (www.KH-Pirmasens.de)


Neue Artikel
Ihre Artikel auf
Navigation
Rubriken 
Informationen
Quelle:
Bewertung: Für diesen Artikel wurde noch keine Bewertung abgegeben
Besucher: 3591
Artikel bewerten:






Kommentare