
Am 14. September 2007 schoss Japan seine Mondsonde „Selene“ in den Himmel und gab damit den Auftakt zu einem neuen globalen Wettlauf zum Mond, denn auch China, Indien, Russland, Deutschland, England und die USA planen ihre eigenen Missionen. Wie passend, dass auch Google kürzlich ein Mond-Rennen mitsamt Preisgeld ins Leben gerufen hat. Doch wie sinnvoll sind neue unbemannte Reisen zu einem Himmelskörper, der bereits vollständig abgelichtet wurde und zumindest teilweise erforscht ist?
Schon der erste Mensch war vermutlich fasziniert von dem hellen Himmelskörper, der nachts am Himmel erstrahlt. Nicht weniger faszinierend war es für die Menschheit, als 1969 der erste Zweibeiner den Mond betrat. Seit dem gab es mehrere unbemannte Ausflüge, die allesamt Bilder oder Gesteinsproben des Trabanten zur Erde lieferten. Sogar ein Seismograph, der jährlich über 500 Beben auf dem Mond registriert, wurde von Apollo 11 zurück gelassen. Wir wissen über die Masse, Zusammensetzung und Atmosphäre des Mondes bescheid. Uns sind die dortige Schwerkraft sowie die meisten geologischen Formen auf der Oberfläche bekannt, und doch streben zahlreiche Institutionen und Länder neue Missionen zum Mond an.
Die NASA will beispielsweise 86 Milliarden Euro für eine bemannte Basis auf dem Mond ausgeben, Deutschland will bis 2012 einen rund 500 Millionen Euro schweren Ausflug starten und die Kosten für weitere Sonden, die lediglich schärfere Bilder schiessen oder Höhenkarten erstellen sollen, wurden bisher noch gar nicht veröffentlicht.
An dieser Stelle muss man sich die Frage gefallen lassen, ob detailliertere Informationen über den Erdmond solche hohen Kosten rechtfertigen. Was erwartet man sich von besseren Kenntnissen über die Oberfläche, was bringt der Menschheit eine bemannte Station auf dem Mond, die angeblich als Sprungbrett für weitaus größere Weltraumausflüge dienen soll? Und wer soll diese größeren Missionen bezahlen?
Fakt ist, dass man vom Mond viele Dinge lernen kann. Fakt ist aber auch, dass auf unserem Planeten immer noch Millionen von Menschen an heilbaren Krankheiten, Hunger oder Konflikten sterben. Sind die Milliarden in Mondmissionen also wirklich gut angelegt?
Bisher hat man seitens der Raumfahrtagenturen keine überzeugenden Gründe liefern können, welche weitere Missionen und deren Bezahlung auch nur annähernd plausibel erklären. Sicher ist jedoch, dass in den kommenden Jahren dennoch weitere Sonden starten werden – und alles wird vom Bürger bezahlt.
Valentin Höbel für www.pamaxx.de


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Kommentare
Valentin Höbel
05.01.2008 22:23
Zitat:
"zumal sich Helfer in Ländern ohne funktionierende Infrastrukturen ganz sicher weltraumgestützter Technologien bedienen werden."
Wird auch gar nicht behauptet.
"Vielleicht doch ein wenig mehr Recherche vor dem großen Kommentar, Herr Kollege?"
Ich wüsste nicht, dass wir wirklich Kollegen sind.
Sie beziehen sich auf die Nennung des Seismographen. Ich schreibe, dass dieser damals bei Apollo 11 zurück gelassen wurde und Daten zur Erde funkt. Ihr Link zeigt mir auf den ersten Blick nicht, was ich angeblich falsch recherchiert haben soll.
Kritik nehme ich gerne an, aber dann bitte auch ausführlich schreiben, was Sie meinen und was falsch ist - zu schreiben, ich solle besser recherchieren, ist sehr unkonkret und wird von mir nicht ernst genommen.
Mischa06
05.01.2008 19:55
Warum ist das immer noch so beliebt, Raumfahrt als diiiee große Geldverbrennung zu brandmarken. Wo gibt's die Pluspunkte? Hunger wird wohl kaum mit 20 Mrd. aus den Raumfahrtbudgets gestillt, zumal sich Helfer in Ländern ohne funktionierende Infrastrukturen ganz sicher weltraumgestützter Technologien bedienen werden. Das jährliche Budget der NASA ist derzeit ca. 16 Mrd Dollar klein; das der ESA um viele Dollar/Euro kleiner. Da dürfte es ohnehin schwierig werden, eine Mondlandung zu finanzieren.
BTW: zur Bebenmessung bei Apollo 11: http://ares.jsc.nasa.gov/HumanExplore/Exploration/EXLibrary/docs/ApolloCat/Part1/PSE.htm
Vielleicht doch ein wenig mehr Recherche vor dem großen Kommentar, Herr Kollege?
Valentin Höbel
21.09.2007 18:39
Und in wie fern hilft die erneute Kartographierung des Mondes der Menschheit?
Und wie trägt diese zur Rettung eben dieser bei?
Ich persönlich denke: Gar nicht!
Auf unserem jetzigen Stand der Technologie ist es wohl eher sinnfrei, bemannte Stationen auf anderen Himmelskörpern zu gründen.
Renke Grunwald
21.09.2007 17:01
"Fakt ist, dass man vom Mond viele Dinge lernen kann. Fakt ist aber auch, dass auf unserem Planeten immer noch Millionen von Menschen an heilbaren Krankheiten, Hunger oder Konflikten sterben. Sind die Milliarden in Mondmissionen also wirklich gut angelegt?"
Ins Kino gehen kostet auch Geld – hilft auch keinem außer dem entsprechenden Wirtschaftszweig, also denke, ich dass etwas, was zumindest in Zukunft zur Rettung aller Lebewesen auf Erde dienen kann, sicher lohnenswert ist – auch, wenn dies eine Menge finanzieller Mittel verpulvert.