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Wirtschaft | 05.06.2007 15:01  Drucker

Verkauf des Wall Street Journal rückt näher


Rupert Murdoch traf sich am gestrigen Montag nach wochenlangen Werben zu einem Treffen mit Vertretern der Verlegerfamilie Bancroft, um den Kauf der Verlagsgruppe Dow Jones durch Murdochs News Corporation voranzubringen.

Der Kauf des Verlagshauses Dow Jones, zu dem auch die renommierte Zeitung Wall Street Journal gehört, wird immer wahrscheinlicher. Bereits seit Wochen bemüht sich die News Corporation von Rupert Murdoch um eine Übernahme, das aktuelle  Angebot des australischen Medienmoguls liegt bei 5 Milliarden Dollar. Bislang zeigten sich die Hauptanteilseigner der Verlegerfamilie Bancroft aufgrund Bedenken um die journalistische Unabhängigkeit des Wall Street Journals als wenig interessiert, doch am gestrigen Montag trafen sie sich überraschend mit Murdoch zu einem fünfstündigen Treffen. Murdoch bezeichnete dieses als "sehr langes und konstruktives Treffen".

Rupert Murdoch begann als Verleger von verschiednen Zeitungstiteln in Australien und hat von dort aus den Weltweitagierenden Medienkonzern News Corperation aufgebaut. Dieser besitzt neben Beteiligungen auf der ganzen Welt im Vereinigten Königreich das Boulevardblatt SUN und die Qualitätszeitung London Times, in Amerika die New York Post. Im TV-Bereich hält News Corp. den britischen Pay-TV Betreiber BskyB, in Amerika die FOX Senderfamilie und der Satelliten-TV Anbieter DirectTV. Im Jahre 2005 wurde die Internetplattform MySpace für 580 Millionen Dollar übernommen. Murdoch steht im Ruf Einfluss auf die Berichterstattung seiner Medien zu nehmen und in den USA wegen dem Nachrichtensender Fox-News in Kritik, der als inoffizieller Sender der Bush-Administration bezeichnet wird. 

Das Wall Street Journal kann auf eine 125-jährige Geschichte zurückblicken, hatte seine Hochzeiten aber in den 80er Jahren, wo es als unumgängliches Medium der Brokerwelt in New York galt. Noch heute ist sie die zweitgrößte Zeitung der USA. Doch die Zeitung ist genauso, wie der Rest der Verlagsgruppe unter Druck geraten, der gesamte amerikanische Zeitungsmarkt stagniert und gerät zunehmend unter den Konkurrenzdruck des Internets.

Um den Kauf entstand eine öffentliche Diskussion um die Gefahr der Pressefreiheit, da Murdoch als angehender Monopolist gesehen wird. Innerhalb der Eignerfamilie scheint aber keine Einigkeit zu herrschen. Die auf der ganzen Welt verteilten Erben spalten sich in Traditionalisten, die die journalistische Unabhängigkeit bewahren wollen, und die Rationalisten, die positive langfristige Entwicklung für nicht möglich halten. Die Familie hält zwar nur 25% der Anteile hat aber eine besondere Stimmgewichtung, weshalb ihre Zustimmung für den Verkauf benötigt wird. Auch die Übernahme des Nachrichtendienstes Reuters durch den kanadischen Informationdienstleister Thomson setzt Dow Jones weiter unter Druck, da sich der Wettbewerb weiter verschärfen dürfte. Rupert Murdoch hat bereits mehrere Vorschläge unterbreitet, wie eine Unabhängigkeit unter seiner Kontrolle bewahrt werden kann. Dass sein Werben Erfolg haben könnte zeigt das Treffen vom Montag.

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Quelle: manager-magazin.de
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