Zu Beginn der Woche hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Statistik zur Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die gesetzlich Versicherten ihre Krankenkassen durch den Zusatzbeitrag vor einer erneuten Finanzkrise bewahrt haben; und das obwohl die private Krankenversicherung als Alternative zum Zusatzbeitrag durchaus in Frage kommt.

Am Montag veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit einen Bericht zur aktuellen Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Wie die Rechnungsergebnisse der Krankenkassen zeigen, haben die Krankenkassen allein durch den Zusatzbeitrag fast 500 Millionen eingenommen. Insgesamt haben sie in den ersten drei Quartalen rund 131,2 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds und den Zusatzbeiträgen erhalten. Gleichzeitig hatten sie in dieser Zeit Ausgaben in Höhe von rund 130,9 Milliarden Euro. Im Schnitt macht das ein Plus von knapp 277 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr betrug der Überschuss noch 1,4 Milliarden Euro. Das BMG erwartet bis zum Jahresende jedoch ein Defizit im Finanzhaushalt der gesetzlichen Krankenversicherung, da vor allem im letzten Quartal die Ausgaben für die Versicherten, wie Angestellte und Selbständige in der Krankenversicherung noch einmal erheblich ansteigen.
Ohne Zusatzbeitrag bereits Millionenminus
Immer noch sind die Zusatzbeiträge ein heikles Thema. Dennoch zeigen die Zahlen, dass allein durch den Zusatzbeitrag 463 Millionen Euro in die gesetzliche Krankenversicherung geflossen sind. Ohne diese Summe wären die Krankenkassen bereits nach drei Quartalen bei einem Minus von 186 Millionen Euro gewesen. Das Bundesgesundheitsministerium sieht nun in den Rechnungsergebnisse der Krankenkassen eine Bestätigung für die Zusatzbeiträge und die kürzlich verabschiedete Gesundheitsreform.
Weiterhin steigende Ausgaben der Krankenkassen
Die Bundesregierung hat den gesetzlichen Krankenkassen auch im kommenden Jahr Zusatzbeiträge eingeräumt. Dass die Zusatzbeiträge auch in Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle im Finanzhaushalt der gesetzlichen Krankenversicherung spielen sollen, zeigen auch die im Bericht aufgeführten Behandlungskosten. Aufgrund des demografischen Wandels und der Weiterentwicklung der Medizin sind die Ausgaben in fast allen Bereichen gestiegen. So auch im ambulanten ärztlichen Bereich: Hier stiegen die Ausgaben um 3,7 Prozent. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich der Ausgabenzuwachs allerdings halbiert. Desweiteren ist im Krankenhausbereich ein Ausgabenanstieg von 4,5 Prozent zu verzeichnen, genauso wie im Verwaltungsbereich mit 3,9 Prozent.
Prognose für 2011
Die Prognosen für das Jahr 2011 wären ziemlich düster, gäbe es nicht die kürzlich verabschiedete Gesundheitsreform. Ohne die Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung würde die Krankenkassen im nächsten Jahr ein Defizit von etwa neun Milliarden Euro erwarten. Derzeit erwartet das BMG kein Defizit für das nächste Jahr. Nach Ansicht des Ministeriums seien aber weiterhin Sparmaßnahmen bei Ärzten, Kliniken und Krankenkassen notwendig, damit sich diese Schätzungen bewahrheiten. Und es gibt weitere aussichtsreiche Prognosen: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll null Euro betragen. Allerdings haben bereits fünf Krankenkassen für 2011 Zusatzbeiträge angekündigt.


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