Nachdem die Beitragserhöhungen und unbegrenzten Zusatzbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vorrangig Thema der letzten Monate waren, ist jetzt bekannt geworden, dass offenbar auch Privatpatienten 2011 nicht von der Beitragserhöhung ausgenommen sein werden und für ihre Gesundheit tiefer in die Tasche greifen müssen.

Ab 1. Januar 2011 steigt der gesetzliche Krankenversicherungsbeitrag um 0,6 Prozent von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent. Nach Medienberichten sollen aber auch die Versicherungsprämien für die private Krankenversicherung je nach Versicherungsunternehmen durchschnittlich von weniger als ein Prozent bis zu sieben Prozent steigen. Sie könnten aber auch durchaus im zweistelligen Bereich landen, da gesetzlich keine Höchstgrenze besteht. Offenbar kommt kaum eine private Krankenversicherungsgesellschaft ohne eine Erhöhung des Beitrags aus. Jedoch gab es auch erst Anfang 2010 eine Anpassung der PKV-Prämien. Privat Versicherte können der Beitragserhöhung entgehen, indem sie einen PKV-Wechsel oder einen Wechsel des Tarifs in Erwägung ziehen.
Debeka und DKV haben höchste Beitragssteigerungen
Am härtestesten wird es voraussichtlich die privat Versicherten der DKV treffen, die der ERGO Versicherungsgruppe angehört. Die Versicherungsprämien für die DKV-Versicherten werden um sechs bis sieben Prozent im Durchschnitt steigen, obwohl erst 2009 eine Erhöhung von acht Prozent stattfand. Die größte private Krankenversicherung Deutschlands, die Debeka, wird ihre Beiträge um fünf bis sieben Prozent anheben. Zusammen sind bei Deutschlands beiden größten privaten Krankenversicherungsunternehmen mehr als 2,8 Millionen Bürger versichert. Jedoch sollen die Beamtentarife wohl nicht betroffen sein.
Beitragserhöhungen meistens zwischen 0,5 und vier Prozent
Aber auch andere private Krankenversicherungen wie AXA, Signal und die BBV werden ab 2011 eine Beitragserhöhung vornehmen. Während der durchschnittliche Beitrag bei AXA um 5,5 Prozent steigen wird, erhöhen die meisten Versicherungsgesellschaften ihre Prämie um 0,5 Prozent bis vier Prozent, wie z.B. die Allianz. Signal und die BBV haben im Durchschnitt zwei Prozent veranschlagt. Die Continentale, Central, Gothaer und die Barmenia wollten noch keine Stellung zu ihren eventuellen Beitragsanpassungen beziehen. Bis Ende November müssen die betroffenen Unternehmen ihre Kunden über eine Erhöhung der Versicherungsprämie in Kenntnis setzen und die Versichertet können dann ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen. Ein private Krankenversicherung Vergleich zeigt bereits vor dem Wechsel, welche Anbieter günstige Konditionen bieten.
Fortschritt in der Medizin und demografischer Wandel erzeugen höhere Kosten
Die PKV wie auch die GKV begründen die Beitragssteigerungen vor allem mit immer höher werdenden Gesundheitskosten. Medizinischer Fortschritt und immer bessere Behandlungen, Heilungsmethoden und Medikamente sind sehr kostenintensiv. Auf der anderen Seite wird die Bevölkerung aber auch immer älter und immer weniger junge Leute zahlen für die gesetzliche Krankenversicherung. Aber auch die PKV hat immer größere Schwierigkeiten, gesunde junge Kunden zu akquirieren.


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