Wer den Tour-Konsum auf ein familienfreundliches Maß komprimieren möchte, konzentriert sich auf die Bergetappen. Im Folgenden ein Überblick.

Nachdem die Deutschen nach einer dopingbedingten Anstandsfrist erst etwas zögerlich dem alljährlichen Radsportspektakel auf Frankreichs Straßen frönten, schnellen die Einschaltquoten nun wieder in die Höhe. Wer sich vom heimischen Sofa aus ein Bild über den Leistungsstand des nun mehr dopingfreien - ehrlich! - Sports machen will, hat die beste Gelegenheit dazu bei den sechs Bergetappen. Am kommenden Wochenende (14./15. Juli) beginnt der Gipfelsturmreigen in den Alpen mit vier Bergen der 1. Kategorie, bevor es nach dem Ruhetag dann am Dienstag auf die Königsetappe geht: Zwei Berge der Hors Catégorie (HC) und einer der 1. Kategorie stehen auf dem Programm, wobei mit dem 2770 m hohen Col de l'Iseran auch das Dach der diesjährigen Tour überfahren wird. Wer hier in der dünnen Luft mit großem Vorsprung eintrifft, wird den Verdacht entkräften müssen, sich womöglich nicht nur mit Buttermilch für die Strapaze gestärkt zu haben.
Nach dem 54 km langen Einzelzeitfahren am Samstag, 21. Juli, das auch reichlich Beobachtungsstoff geben dürfte, geht es gleich tags darauf in die Pyrenäen. Zwei HC-Berge stehen auf dem Programm, die aber schon merklich niedriger - dafür aber steiler - sind als die Alpen. Nach dem Montag (zweimal 1. Katgorie plus einmal HC) gibt es den letzten Ruhetag, bevor sich die Tour am Mittwoch 25. Juli mit je zwei Anstiegen der Hors und der 1. Kategorie von den Bergen verabschiedet. Nach dem abschließenden 55-km-Einzelzeitfahren am vorletzten Tag wird das Klassement stehen, bevor das Peloton am Sonntag 29. Juli die Champs-Élysées in Paris erreicht. Diese letze Etappe ist seit einigen Jahren ein Schaufahren, bei dem es zwar um den Tagessieg geht, der Gesamtführende aber nicht mehr angegriffen wird - es sei denn, er hätte nur ein paar wenige Sekündchen Vorsprung.
Zusammenfassung:
ALPEN
Samstag, 14. Juli
7. Etappe: Bourg-en-Bresse – Le Grand-Bornand
Col de la Colombière (1. Kat., 1613 m) - 16 km bei 6,7% mittlerer Steigung
Sonntag, 15. Juli
8. Etappe: Le Grand-Bornand – Tignes
Cormet de Roselend (1. Kat., 1967 m) - 19,9 km bei 6%
Montée de Hauteville (1. Kat., 1639 m) - 15,3 km bei 4,7%
Le Lac (Tignes) (1. Kat., 2068 m) - 17,9 km bei 5,5%
Dienstag, 17. Juli
9. Etappe: Val-d’Isère – Briançon
Col de l'Iseran (HC, 2770 m) - 15 km bei 6%
Col du Télégraphe (1. Kat, 1566 m) - 12 km bei 6,7%
Col du Galibier (HC, 2645 m) - 17,5 km bei 6,9%
PYRENÄEN
Sonntag, 22. Juli
14. Etappe: Mazamet –Plateau-de-Beille
Port de Pailhères (HC, 2001 m) - 16,8 km bei 7,2 %
Plateau-de-Beille (HC, 1780 m) - 15,9 km bei 7,9 %
Montag, 23. Juli
15. Etappe: Foix – Loudenvielle-Le Louron
Col de Menté (1.Kat., 1349 m) - 7 km bei 8,1%
Port de Balès (HC, 1755 m) - 19,2 km bei 6,2%
Col de Peyresourde (1.Kat., 1569 m) - 9,7 km bei 7,8%
Mittwoch, 25. Juli
16. Etappe: Orthez – Gourette – Col d’ Aubisque
Port de Larrau (HC, 1573 m) - 14,2 km bei 8%
Col de la Pierre Saint-Martin (1.Kat., 1760 m) - 14 km bei 5,2%
Col de Marie-Blanque (1.Kat., 1035 m) - 9,3 km bei 7,7%
Col d’Aubisque (HC, 1709 m) - 16,4 km bei 6,9%


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