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Politik | 04.07.2007 20:13  Drucker

Der Staat, der keine Steuern braucht


“Weg mit dem Steuerstaat!” - So, oder so ähnlich titelte vor einiger Zeit die BILD. Kein schlechter Gedanke, wenn manch einer häufig mehr als 50% seiner Gehaltstüte an den Vater Staat abgeben muss. Steuern, Sozialbeiträge, Kirchensteuer uvw. Institutionen fordern Geld ein. Und viele werden beim Blick auf unsere Europäischen Nachbarn eine Träne im Auge haben, da Deutschland einen der höchsten Steuersätze in der EU hat. Und dann auch noch die Mehrwertsteuer erhöhen? Wo soll denn das hinführen?
Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Abgaben an den Staat, Krankenkassen und andere soziale Institutionen noch weiter steigen werden. Wie in Italien haben wir eine stetig sinkende Geburtenrate. Das Mengenverhältnis von Jung zu Alt wird sich weiter verschärfen und schon jetzt ist das Rentensystem völlig überlastet und muss aus anderen Quellen mitgefüttert werden. Alle staatl. Institutionen arbeiten am Limit. Wo das hinführt ist absehbar, die kommenden Generationen werden immer mehr alte Menschen zu versorgen haben, was dazu führt, dass der Bürger immer mehr Einschränkungen hinnehmen muss. Das wird beim Steuerzahler anfangen und beim Arbeitslosen aufhören.
Laute Schreie nach niedrigeren Steuern sind dieser Tage so unnütz wie Atomwaffen im allgemeinen. Selbst der bildungsfernste Mitbürger muss einsehen, dass auch der Staat Geld zum Existieren braucht, welches er sich aus der einzigen Quelle nimmt die ihm bleibt, seinem Volk.

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 Kommentare

4 Kommentare / Kommentar schreiben

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Renke Grunwald

05.07.2007 13:28

Ich sprach von Steuern im Allgemein. Die Aufschwung, bedingt durch die WM, sehe ich nur als zeitweilig an, so dass ich denke, dass man diese Faktoren keineswegs bei einer länger fristigen Betrachtung beachten sollte. Katastrophen mögen ebenfalls Einfluss auf konjunkturelle Veränderungen nehmen, sind aber dann aber nicht nur auf Deutschland begrenzt – zumindest kenne ich keine Katastrophe, die nur Deutschland betraf und große Wellen nach sich zog.

Die Frage, ob der Staat Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen sollte, ist – denke ich mal – eine Grundsatzfrage, welche ich nicht beantworten kann, wobei ich denke, dass die Geschichte Deutschlands eher dafür spricht, dass der Staat weiterhin auf die Wirtschaft einwirken wird – immerhin steht Deutschland immer noch als Vorbild für die Soziale Marktwirtschaft ein.

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Vincent

04.07.2007 23:24

Ich muss in alles von dir genannten Kritikpunkten widersprechen:
Die Steuern, von denen hier die rede ist, betreffen nicht Unternehmssteuern, sondern Einkommenssteuern. Davon mal abgesehen sind nicht hohe Steuerbelastungen allein der Grund warum Unternehmen ins Ausland abwandern.
Die Zyklen sind zwar eine interessante Sache, doch wenn du mit dem Thema anfängst, solltest du sie auch definieren. Sprichst du von den kurzwelligen oder langwelligen? Eine andere Fragestellung ob und inwieweit der Staat einfluß nehmen sollte. (Sozialwissenschaften Stufe 12)
Niedrige Steuern allein bedeuten keinen Aufschwung, da gibt es viele verschiedene Faktoren, wie z.B. aktuell die WM oder andere nationale und internationale Ereignisse(Ich denke Beispiele gibt es genug). Ebenso kann Repression von Katatrophen ausgelöst werden. Es ist also kurzsichtig nur einen Faktor zu betrachten.

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Renke Grunwald

04.07.2007 23:09

Die demografische Alterung Deutschlands hat nicht nur Schattenseiten: Inbesondere der Bereich in dem älteren Personen erreicht werden können, verzeichnet hohe Wachstumsraten bzw. weist großes Potenzial auf.

Im Allgemeinen muss aber bedenken, dass wir uns – laut Wirtschaftsexperten – in einem konjunkturellen Hoch befinden, das heißt, dass das gegenwärtige Verlangen nach Steuersenkung defintiv ein Schritt in die falsche Richtung darstellte – zumindest wenn eine antizyklische Wirtschaftspolitik im Allgemeinen verfolgt.

Ich für meinen Teil halte niedrige Steuern eher für einen richtigen Weg, da Steuergelder, die die Wirtschaft ankurbeln sollen, meist nur Symptombekämpfungen sind. Wichtiger ist es von vornherein optimale Bedingungen für Unternehmen zu schaffen, insb. um das »Outsourcen« nach anderen Ländern zu verhindern.

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Renke Grunwald

04.07.2007 23:09

Die demografische Alterung Deutschlands hat nicht nur Schattenseiten: Inbesondere der Bereich in dem älteren Personen erreicht werden können, verzeichnet hohe Wachstumsraten bzw. weist großes Potenzial auf.

Im Allgemeinen muss aber bedenken, dass wir uns – laut Wirtschaftsexperten – in einem konjunkturellen Hoch befinden, das heißt, dass das gegenwärtige Verlangen nach Steuersenkung defintiv ein Schritt in die falsche Richtung darstellte – zumindest wenn eine antizyklische Wirtschaftspolitik im Allgemeinen verfolgt.

Ich für meinen Teil halte niedrige Steuern eher für einen richtigen Weg, da Steuergelder, die die Wirtschaft ankurbeln sollen, meist nur Symptombekämpfungen sind. Wichtiger ist es von vornherein optimale Bedingungen für Unternehmen zu schaffen, insb. um das »Outsourcen« nach anderen Ländern zu verhindern.

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