Okay, wir sind ja von den Franzosen durchaus Einiges gewohnt, nachdem sie in den letzten Jahren mit Filmen wie High Tension die Euro-Hardcore-Horrorfront eröffnet haben. Doch was "Inside - A l'interierur" uns hier bietet ist nichts anderes als ein Massaker.

Ein Autounfall traumatisiert die werdende Mutter Sarah und macht sie zur jungen Witwe. In der Vornacht zu Weihnachten klopft jemand an ihre Tür. Sie ist allein und der Eindringling ist gnadenlos. Ein blutiges Kammerspiel beginnt.....
Soviel ist zur Story von "Inside" zu sagen, mehr an Innovation ist nicht zu finden, aber auch nicht nötig, zumindest für den geneigten Genrefreund. "Unerfahrenen" Horrorfans ist dieser Film auch nicht zu empfehlen, da er wirklich sehr hart ausgefallen ist. Selbst die Folterhorrorwelle mit der "SAW"-Reihe oder auch "Hostel" wirkt vergleichsweise doch harmloser.
Natürlich wurde "Inside" somit auch die ungekürzte Freigabe in Deutschland verwehrt und seit Juli 2009 ist nun selbst die gekürzte, deutsche Version vom Amtsgericht nach §131StGb bundesweit beschlagnahmt worden.
Wir beziehen uns in diesem Review auf die ungekürzte Fassung aus dem Ausland.
Der Film ist mit einer laufzeit von nicht einmal 80 Minuten kurz, aber auch straff gehalten und so wird mit der Einleitung und Charaktervorstellung auch nicht viel Zeit verschwendet. Bereits nach 15 Minuten ist einem klar wohin "Inside" möchte.
Die Gewaltszenen sind zahlreich und sind bis auf eine Ausnahme auch allesamt ohne größere digitale Effekte abgedreht. An den wenigen Stellen an denen CGI zum Einsatz kommt wirkt es somit auch etwas unpassend, aber nicht weiter schlimm.
Leider hat auch "Inside" mit der ein oder anderen Logikschwäche zu kämpfen, da man auf Grund des angestrebten hohen Gewaltpotenzials eben an die Story ein paar Zugeständnisse machen musste. So verspielt sich "Inside" leider recht knapp einer Spitzenwertung.
"Inside" bietet 80 Minuten haarsträubende Unterhaltung, die selbst hartgesottene Fans zu schockieren weiß, aber dennoch muss man an dieser Stelle natürlich fragen, wo die Grenzen der filmischen Gewalt denn zu ziehen sind, denn in der Tat hätte "Inside" durchaus auch mit etwas weniger Gewalt-Voyeurismus funktioniert, teilweise vielleicht etwas besser. Der Film bringt weder neue Ideen, noch außergewöhnliche, filmische Stilmittel in das Genre, sondern bezieht seine Innovation aus dem erneuten Bruch der Gewaltgrenze im Spielfilm, denn gerade die Tatsache wie hier eine schwangere Frau gequält wird und auch mehrfach die Auswirkungen der Gewalt an dem Fötus im Mutterleib (CGI-Effekte) dargestellt wird, wirft schon ein paar kritische Fragen auf.
Dennoch wer auf blutiges Thrillkino steht und dennoch eine filmische Qualität nicht vermissen lassen will, der kommt an diesem groß produzierten Independetfilm aus Frankreich nicht herum.
geschrieben von Quaxi


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