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Kultur | 03.04.2009 13:23  Drucker

Banausentum in Kunst und Kultur - die Offenbacher Banausenschule


Banausentum in Kunst und Kultur - die Offenbacher Banausenschule

 Ich möchte mein Hiersein nutzen, um auf eine Diskussion aufmerksam zu machen, die über das Banausentum in verschiedenen Foren für Kunst und Kultur geführt wird. Einen Beitrag aus meiner Sichtweise möchte ich hier vorstellen und Anregung geben, dieses Thema zu diskutieren. 
Ich meine, in dieser massiven und an die Fugen unserer Gesellschaft gehende Umbruchzeit sollten sich Kunstschaffende mit ihren Arbeiten und Ansichten wesentlich mehr einbringen als es in der Phase des Konsumrausches war.

Vera Maria Kovsova schrieb in einem der Foren:

"Vielmehr findet man Ignoranz gegenüber der Kunst vielmehr in den höheren Bildungskreisen. Menschen denen den Weg durch die Bildung eben geebnet wurde, von denen das Grundverständnis und ein Mass an Toleranz und Offenheit gegenüber der Kunst zu erwarten wäre, die sich jedoch anmassen darüber zu urteilen "Das hätt` ich aber auch selber malen können!"

Ich arbeite als Galerist in Offenbach a.M. Ich kann dem Artikel erschüttert aber auch lachend zustimmen.
Ich verwende den Begriff des Banausentums inzwischen gerne mit einer Portion sarkastischen Humors wenn sich in mir meine Erfahrungen mit Offenbacher Kulturpolitikern widerspiegeln. Menschen die hilfreich sein sollten, der Bevölkerung aller Bildungsgrade kulturelles Empfinden näher zu bringen, zeigen eine unglaubliche Ignoranz. Diese Volksvertreter präsentieren sich in einer Art ,das ich ihnen gerne ein Banausendenkmal setzen möchte. Inzwischen verwende ich den Begriff, Offenbacher Banausenschule als Synonym für die Offenbacher Kulturpolitik und hoffe damit Aufmerksamkeit für die Kunst zu wecken. Diese Form der provokanten Art zeigt auch schon Wirkung zumal ich im Mai 2008 meine Bereitschaft erklärt habe, bei der nächsten Wahl für das Amt des Offenbacher Oberbürgermeisters zu kandidieren. Anfangs nicht ernst genommen, machen Ortes als Happening empfunden wird inzwischen manchem meine ernsthafte Absicht klar.
Offenbacher Banausenschule, den Herrschaften in den Amtsstuben, den Ignoranten und in sich Selbstverliebten einen Spiegel vorzuhalten ist mir ein Vergnügen geworden. Darum freue ich mich, das es den Begriff des Banausentums gibt und ich ihn in der Kunst anwenden kann.

Woran erkennt man einen Offenbacher Kunstbanausen ?

Erstens werden Anfragen und Vorschläge im Rathaus grundsätzlich nicht beantwortet. Treffe ich den Herrn Oberbürgermeister Horst Schneider und spreche ihn an, ist einer der gleich blockierenden Aussagen; "Sie wissen doch die Stadt hat kein Geld" oder irgendwelche, dahingeredete blumige Floskeln.
In zwölf Monaten mussten in Offenbach zwei Ausstellungsräume schliessen. Ich sprach darauf den Kulturdezernenten und Oberbürgermeister der Stadt an und bekam die knappe und eiskalte Antwort: "So ist das in der freien Marktwirtschaft." Das ist für mich oberstes Banausentum in Reinkultur. Ich und auch Künstler in dieser Stadt könnten noch unzählige Beispiele dieser Art einbringen. 
Ich beschränke mich auf den Begriff Offenbacher Banausenschule um aus der künstlerischen Welt diesem Banausentum Widerstand entgegenzusetzen.
Nicht unerwähnt möchte ich es lassen, das es in Offenbach sehr viel bildende Kunst gibt. Die günstigen Mieten und Räumlichkeiten ziehen inzwischen auch viele Frankfurter nach Offenbach. Nur die Offenbacher Rathausbanausen verstehen es nicht aus der vorhandenen Potenz heraus einen Markt entstehen zu lassen und wo kein Handel ist kann der Künstler nur unter schwierigen Bedingungen verkaufen und damit auch sein Überleben sichern.
Ich würde mich freuen wenn sich der Begriff der Offenbacher Banausenschule als Schreckensbeispiel für andere ignorante Politiker in der Kulturszene und darüber hinaus verbreiten würde. Diese Herrschaften haben sich ihre Posten oftmals nicht erarbeitet sondern sind hineingewählt worden und oftmals nur über politische Seilschaften in ihre Positionen gelangt.
Dieses Abmeiern mit dem Begriff: "Wir haben kein Geld und wir haben keine Zeit" ist eine Lebenskultur geworden denen sich die Künstlerschaft entgegenstellen sollte. Schön das es den Begriff des Banausentums gibt ,sonst müsste ich derbere Begriffe für diese Ignoranten des gehobenen Bürgertums ins Feld führen.

Mit herzlichen Grüssen aus der Offenbacher Banausenschule
Uwe Kampmann

Das Internet bietet die nötigen Bits und Byts um Offenbach unabhängig von den Seilschaften der Parteibuchsoldaten, aus der unabhängigen Bürgerschaft heraus, als Kreativstadt zu positionieren. Es erfordert allerdings etwas Engagement und eine Eigenschaft die bei mir ein hohes Gut ist: Zivilcourage.

geschrieben von Uwe-Kampmann

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