
Offenbach a.M. Am 2.2.2009 hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu einer Diskussion in den Räumen der Offenbacher Städtischen Sparkasse, zu dem Thema "Kreativstadt Offenbach - Chance oder Chimäre" eingeladen. Etwa 130 Gäste waren der Einladung gefolgt. Wirtschaft und Politik, Künstler und Offenbach Fans waren zwei Stunden versammelt um den Anregungen und Meinungen, die vom Podium kamen zu lauschen. Die Eröffnungsrede von Professorin Martina Heßler, gab einen Eindruck davon, wie andere Städte, Kreativipotenzial einsetzen, um kulturellen und ökonomischen Nutzen für ihre Standorte zu gewinnen.
An erster Stelle fand New York Erwähnung. Eine Stadt, die ein weltweiter Impulsgeber dafür ist, wie Musik, Mode und Film sich für das Image einer Stadt nutzen lässt. Als Einziger vom Podium, der daran anknüpfen konnte, war der Unternehmer Adam Jürgens. Er verwies darauf, wie wichtig eine bestehende und geförderte Subkultur für Offenbach wäre, um Impulse in der Rhein Main Region und darüber hinaus zu setzen. Eine vorhandene und gepflegte Subkultur, ist der Keim aus dem neue Erscheinungsformen in Musik, Mode, Malerei und Literatur hervortreten, der Nährboden dazu ist in Offenbach, in reicher Form anzutreffen. Professor Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach, verwies darauf, das die Absolventen der HfG ein beachtliches Potential in die Wirtschaft einbringen, in dem sie als Firmengründer tätig sind, und damit sichtbaren Einfluß auf Medien und Gestaltung ausüben. Allgemeine Zustimmung fand, das die HfG eine Herzkammer der kreativen Selbstbestimmung Offenbachs ist. Johannes Krische, ein Vertreter einer Künstlergruppe aus der Mato Fabrik beklagte die mangelnde Unterstützung der Stadt und besonders des Oberbürgermeisters Schneider, für die freischaffenden Künstler in der Stadt. Oberbürgermeister Schneider, in gewohnter, charmanter Art sagte weitere Gespräche zu. In der anschließend, kurzen Möglichkeit sich aus dem Publikum zu Wort zu melden, riet der Offenbacher Galerist Uwe Kampmann dem Podiumsteilnehmer Johannes Krische, nicht auf die Gespräche mit dem amtierenden Oberbürgermeister Schneider zu setzen, sondern sich später an ihn zu wenden. Kampmann verriet, er stehe für die Kandidatur für das Amt des Offenbacher Oberbürgermeisters bereit. Diese Aussage führte zum größten Applaus des Abends unter dem wohl als eher als konservativ einzuschätzenden Publikums. Unbefriedigend äußerte sich einer Künstlerin des Bund Offenbacher Künstler (BOK) darüber, das die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum viel zu wenig Raum bekommen hätten. Vom Veranstalter werde das Publikum wohl nur als Staffage betrachtet.
Bei den anschliessenden Tischgesprächen zeigte sich, das der Beitrag von Uwe Kampmann, als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen, Eindruck hinterlassen hatte. Das inzwischen bekannt gewordene Manifest, der Kunstrebellen aus Offenbach - Aufstand gegen das Establishment, fand rege Verteilung. Nicht zu überhören dabei war die Freude, vieler prominenter Offenbacher, das zu mindestens auf politischen Parkett, der kreative Geist in Offenbach auferstanden ist. Das Neue ist, die Subkultur nimmt ihren Anfang bei den fünfzig Jährigen. Unbestritten dürfte sein, 1950 hat einen guten Jahrgang hervorgebracht.
geschrieben von Uwe-Kampmann


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