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Internet | 29.01.2009 22:03  Drucker

Zensur auf YouTube


Laut unserem Grundgesetz ist die Zensur in Deutschland abgeschafft. Wir glauben dass die Filterung von Webinhalten eine Sache aus dem fernöstlichen China ist und sowas in unserer westlichen Demokratie nicht stattfindet. Wer dieser Tage auf Youtube.de stöbert der stößt auf ein anderes Bild

Zensur auf YouTube

In den USA zensiert man Erotik aus Spielfilmen, in England sind Drogen in Kinofilmen problematisch. Und in Deutschland? Nun wir führen Debatten um Gewalt in Videospielen und machen Blut grün und menschliche Gegner zu Robotern, die anstatt zu bluten nur Öl verlieren, aber es gibt da noch unser nationales Trauma: Den Nationalsozialismus.

So stößt der interessierte User der deutschen YouTube-Seite derzeit auf eine interessante "Fehlermeldung". Sucht man auf dem Videoportal nach dem NS-Propaghandafilm "Jud Süß", so prangt einem folgender, rot hinterlegter Hinweis entgegen:

 "Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar!" 

Verwunderung macht sich breit, handelt es sich doch um einen in Deutschland gedrehten Film mit deutschen Schauspielern und ausgerechnet in Deutschland darf man ihn nicht sehen, aus Angst alte Geister könnten beschworen werden. Dabei führt der Film dem Betrachter nur vor Auge, wie peinlich, schlecht und menschenverachtend das Gedankengut des Nazi-Regimes wirklich war.

Genauso behandelt man hier auch das "Buch des Bösen" mit dem Titel "Mein Kampf" eines gewissen Adolf H. aus Österreich. Nirgendwo in Deutschland darf das Buch verkauft werden, obwohl auch hier nur dargestellt wird, welch krankes Hirn es in Deutschland bis zum obersten Staatsmann schaffte. Verwunderlich, ist das selbe Buch auf der ganzen Welt in jeder Buchhandlung erhältlich, sogar in Israel, die tatsächlich einen Grund dazu hätten es zu meiden. Die englische Version der Wikipedia bietet sogar einen Link zu einer vollständigen, deutschen Originalversion des Buches als PDF-Datei.

Die Frage drängt sich auf, wann wir endlich beginnen mit der Vergangenheit unseres Volkes in die Offensive zu gehen und aufhören den Kopf sprichwörtlich in den Sand zu stecken. Warum fürchtet eine Demokratie, die über 60 Jahre alten geistig schwachen Parolen, eines untergegangenen Regimes?

Es hat den Anschein, als wären wir das einzige Volk, dass die Deutschen grundsätzlich für Nazis hält und deshalb verbieten wir auch jegliche schriftliche Form steinzeitlicher Propaghanda, während Guido Knopp sich mit der 2000. Reihe zum NS-Regime eine goldene Nase verdient und ohne Probleme ungekürzte Reden von Goebbels, Hitler und Co ausstrahlt. Sind gesprochene Reden, denn weniger gefährlich als das geschriebene Wort? Selbst Adolf Hitler wusste das, was uns veranlassen sollte unsere Taktik zu überdenken. So schreibt er im Vorwort zu "Mein Kampf":

"Ich weiß, daß man Menschen weniger durch das geschriebene Wort als vielmehr durch das Gesprochene zu gewinnen vermag, daß jede Bewegung auf dieser Erde ihr Wachsen den großen Rednern und nicht den großen Schreibern verdankt." 

 

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